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Prof. Alexander Hülshoff, Künstlerischer Direktor der Villa Musica, mit seinem Grancino-Cello im Arp Museum Bahnhof Rolandseck, wo 2020 so viele schöne Konzerte zum Thema Dalí und Beethoven stattfanden.

Beethoven 2020 bei Villa Musica

Unser Tribut an den Meister: ein Rückblick auf das Beethovenjahr bei Villa Musica von unserem Künstlerischen Direktor Alexander Hülshoff. Zwölf bewegte Monate mit großartiger Musik, seit März im Schatten der Pandemie.

Unser Beethovenjahr 2020 bei Villa Musica

Alles hatte so schön begonnen, vor genau einem Jahr in der Villa Musica in Mainz. Es war der große Auftakt zum Beethovenjahr: der bundesweite Aktionstag Beethoven bei uns mit Hunderten von Hauskonzerten in der ganzen Bundesrepublik, unterstützt von BTHVN 2020, der zentralen Organisation des großen Jubiläums. Auch Villa Musica war mit einem Beethoven-Hauskonzert live im Radioprogramm SWR2 vertreten, Burkhard Egdorf moderierte. Ich konnte mit Stipendiaten und Roland Krüger am Flügel Raritäten und Wohlbekanntes aus Beethovens Kammermusik aufführen. Es war genau der richtige festliche Auftakt für ein glanzvolles Gedenkjahr. Ganz beflügelt ging es auch im neuen Jahr weiter: Karl Böhmer begann auf unserer Homepage seine wöchentliche Spalte Beethoven der Woche. Freundinnen und Freunde der Villa Musica schilderten in der Reihe Mein Beethoven ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit der Musik des Meisters. Im Februar demonstrierte der Salzburger Hammerflügel-Virtuose Florian Birsak mit jungen Streichern, dass die Mainzer Hofkomponisten Sterkel und Righini neben dem jungen Beethoven durchaus bestehen können. Anfang März begeisterte die finnische Geigerin Elina Vähälä im Zusammenspiel mit unseren Stipendiaten im großen Septett. Doch schon eine Woche später war plötzlich alles anders: Der Corona-Virus hatte die Regie über das Beethovenjahr übernommen.

Nun musste alles verschoben und umgeplant werden: unsere Serie Beethoven und Dalí im Arp Museum Bahnhof Rolandseck, die Konzerte im Mainzer Musiksommer, unsere Beethoven-Programme für den Sommer 2020, die Trifels-Serenaden, die Klassikserenaden auf der Festung Ehrenbreitstein. Manches war leider nicht zu retten wie die Neunte Sinfonie, bearbeitet von Pedro Halffter, das Festival RheinVokal 2020 oder die Reihe Burgenklassik. Aber nach dem ersten Schock haben wir unsere Kreativität schnell wiedergefunden. Bestens vorbereitet gingen wir gleich am ersten Tag der Öffnung musikalisch an den Start: am 28. Mai in Kaiserslautern. Bis Ende Oktober veranstaltete die Villa Musica mit ihren Partnern 60 Konzerte, viele davon zum Beethovenjahr. Pedro Halffter konnte sein eindrucksvolles Klavierquintett Hommage an Beethoven und Dalí im Arp Museum zur Uraufführung bringen, mitten in der großen Dalí-Ausstellung. An gleicher Stelle spielte Daniel Müller-Schott Beethovens vorletzte Cellosonate, Viviane Hagner das Es-Dur-Trio, Guy Braunstein die Kreutzersonate. Junge Streichquartette interpretierten mit dem legendären Cellisten Valentin Erben das große C-Dur-Quintett von Schubert und davor Beethoven-Quartettsätze. Der Bratschist Roland Glassl spielte mit Stipendiaten die Erste Sinfonie in einer Quintettbearbeitung. Beethoven überall: in der Villa Musica Mainz und in Schloss Engers, bei den Klassikserenaden auf der Festung Ehrenbreitstein und im Mainzer Schloss, in Bad Kreuznach, Emmelshausen und Kirchberg im Hunsrück. Es war ein grandioser Beethovensommer ohne Ansteckungsgefahr, mit begeisterten Interpreten, die fast alle Programme zweimal hintereinander spielten, und mit einem dankbar lauschenden Publikum.

Mit dem gleichen Elan sind wir in die neue Saison gestartet: Am Ende eines langen Tags der Musik im Arp Museum konnte ich mit Boris Garlitsky und Shira Majoni das D-Dur-Streichtrio spielen. Die jungen Streicher vom Malion Quartett folgten mit Opus 131, Markus Becker und Stipendiaten mit dem c-Moll-Klaviertrio. Doch dann kam der zweite Lockdown im November. Er hat nun auch den Höhepunkt des Beethovenjahrs aus den Konzertsälen ins Internet verdrängt. Auch dort hat Villa Musica Einiges zu bieten: Beethovensche Quartettsätze durchziehen unseren Jubiläumsfilm aus Schloss Engers. Mit Friedemann Eichhorn konnte ich im Dianasaal ein hochvirtuoses Duo über Beethoven-Themen aufzeichnen (siehe unten). Diese Videos zeigen: Beethovens Musik beflügelt und trägt über alle Widrigkeiten eines schwierigen Jahres hinweg.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen festlichen und vor allem gesunden Ausklang des Beethovenjahrs. Ich verspreche Ihnen: Gleich am ersten Tag nach der nächsten Lockerung werden wir unsere Konzertsäle wieder für Sie öffnen und natürlich auch Beethovens Musik spielen.

Ihr

Prof. Alexander Hülshoff

Künstlerischer Direktor der Villa Musica Rheinland-Pfalz

 

Das Beethovenjahr der Villa Musica in SWR2

Beethoven-Programme der Villa Musica sind auch in der Mediathek des SWR präsent, Mitschnitte aus demBeethovenjahr 2020 zum ruhigen Nachhören zuhause. Hier die beiden schönsten:

Ludwig in Love – Beethoven und die Frauen: Diese SWR2-Kulturnacht zum Beethovenjahr wurde von Jörg Lengersdorf war eigentlich für das Festival RheinVokal entworfen, konnte aber live wegen Corona nicht stattfinden. Also wurde sie kurzerhand im Studio produziert. Prominente Schauspieler lesen aus Beethovens Briefen, Lieder des Meisters illustrieren seine unsterblichen Lieben:

https://www.swr.de/swr2/musik-klassik/ludwig-in-love-beethoven-und-die-frauen-100.html

Beethoven in Bonn – Konzertmitschnitt aus Schloss Engers vom 9.2.2020 mit dem Salzburger Hammerflügel-Virtuosen Florian Birsak und den Villa Musica-Stipendiatinnen Elisabeth Gebhardt, Madlen Breckbill und Maria Franz. Mainzer Hofkomponisten im Spiegel des jungen Beethoven: ein sensationelles Klaviertrio und eine Violinsonate von Franz Xaver Sterkel, Righinis „Venni amor“ mit Beethovens Variationen und ein frühes Klaviertrio des Meisters in einem der schönsten Konzerte unseres Beethovenjahrs:

https://www.swr.de/swr2/musik-klassik/beethoven-in-bonn-konzert-auf-schloss-engers-2-2-swr2-abendkonzert-2020-11-18-100.html

 

Beethovenwerk der Woche

Fast während des gesamten Beethovenjahrs hat Karl Böhmer auf der Homepage der Villa Musica die Kolumne Beethovenwerk der Woche geschrieben. Hier der Link zur letzten Geschichte der Serie: Finale mit Flöten – Beethoven zum Jahresende:

https://www.villamusica.de/beethoven-der-woche-35.html

 

Mein Beethoven

Bekenntnisse zu Beethoven Aussagen von Mitarbeitern, Freunden, Partnern der Villa Musica, gesammelt von Karl Böhmer. Hier eine kleine Blütenlese:

Beethovens Genialität: übermenschlich in seiner Stärke und menschlich in seiner Schwäche.“ (Staatssekretär Dr. Denis Alt, Vorstandsvorsitzender der Villa Musica)

Beethoven spricht von Mensch zu Mensch, ohne Umschweife.“ (Prof. Alexander Hülshoff, Künstlerischer Direktor der Villa Musica)

„Ich liebe Beethoven seit Mädchentagen für seine Oper Fidelio. Leonore, die Heldin der Oper, ist das Idol meiner schwärmerischen Vorstellung von der ‚holden Gattenliebe’. So wie diese Frau würde ich es auch machen.“ (Barbara Harnischfeger, Erste Vorsitzende von Freunde der Villa Musica e.V.)

„Diese Gewaltigkeit, dieses Gewitter, Donner und Blitz, danach hervorbrechende Sonnenstrahlen, ein Regenbogen, so kann das nur Beethoven. Doch auch das ist Beethoven für mich: schlicht, ein bisschen ironisch, überraschend.“ (Lena-Maria Dannenberg-Mletzko)

Solange die Populärkultur noch etwas mit ihm anzufangen weiß, braucht man sich über Beethovens anhaltende Popularität keine Sorgen zu machen. Roll on, Mr.Beethoven!“ (Prof. Dr. Jürgen Hardeck, Leiter des Kultursommers Rheinland-Pfalz)

„Das offene Lachen der Rheinländer war den Wienern nicht gegeben. Deshalb hat ihnen der Bonner Beethoven in nicht wenigen Werken den Humor seiner Heimat zugemutet. Man könnte versucht sein, diesen Humor für tiefen Ernst zu halten.“ (Prof. Dr. Karl Böhmer, wissenschaftlicher Direktor der Villa Musica)