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Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von Neustart Kultur.

Klavierherbst Schloss Engers

Drei Mal Klavierkunst der Weltklasse aus Litauen, Deutschland und Italien – der Klavierherbst Schloss Engers trotzte dem trüben Wetter mit Brillanz und Vielfalt am Steinway Grand Piano.

Im Mittelpunkt: der Steinway Flügel

An diesem Wochenende stand der große Steinway-Flügel im Dianasaal von Schloss Engers im Mittelpunkt des Interesses. Im Musenschloss am Rheinufer zogen drei Klavierkünstler*innen von Weltklasse das Publikum in seinen Bann.

Den Anfang machte der Litauer Kasparas Uinskas mit einem beeindruckenden Liszt-Abend. An der Juilliard School in New York und an der Chopin-Universität in Warschau holte er sich das Rüstzeug, um die gefürchteten Etüden und die gewaltige h-Moll-Sonate des Ungarn zu meistern. Von Washington bis London, von Berlin bis Madrid hat ihm das Publikum dafür schon zugejubelt, nun auch im Dianasaal von Schloss Engers. Was ihm in der Carnegie Hall in New York gelang, konnte er am Rheinufer spielend wiederholen: das Publikum tief in die Welt der Romantik eintauchen zu lassen.

Bach-Mozart-Chopin – auf diesem Dreiklang gründete Andreas Frölich sein Recital am Samstagabend. Der Klavierprofessor aus Köln hatte sich einige der stimmungsvollsten Klavierstücke des Repertoires herausgesucht: Mozarts wundervolle Fantasien in d-Moll und c-Moll, Bach-Choräle in romantischen Bearbeitungen, Nocturnes und ein Impromptu von Chopin – keine leichte Kost, sondern aufgeladen mit Emotion. Wahrhaft novemberlich wurde es zum Schluss im Lied Allerseelen von Richard Strauss in Regerscher Klavierfassung. So manches Auge konnte bei so viel Gefühl nicht trocken bleiben.

Märchenhaft begann die Italienerin Vanessa Benelli-Mosell ihre Matinee am Sonntag. Die Meisterpianistin aus dem toskanischen Prato erzählte ein Märchen des Russen Nikolaj Medtner, der auf dieses Genre spezialisiert war. Darauf folgte Beethovens heitere, hoch virtuose G-Dur-Sonate aus Opus 31 - eher rar in unseren Konzertsälen, aber für die Klanggestaltung wie den Spielwitz der Pianistin eine Herausforderung. Die beiden letzten Werke brachte Vanessa Benelli Mosell aus ihrer Heimar mit: Liszts Reminiszenzen an Bellinis berühmteste Oper Norma und die Filmmusik zu Fellinis Casanova, vom Komponisten Nino Rota in eine Klaviersuite verwandelt. Wer weiß: Hätte Fellini Schloss Engers gekannt, hätte er seinen Kinoklassiker von 1976 vielleicht dort gedreht.

Mehr als 300 begeisterte Zuhörerinnen und Zuhörer erlebten dieses erste Klavierwochenende in Schloss Engers, das eigentlich schon im letzten Frühjahr stattfinden sollte. Doch dann kam der Lockdown, und aus dem Klavierfrühling wurde ein Klavierherbst. Die drei Konzerte konnten dank der Unterstützung durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR nachgeholt werden. Den Förderern vom Bund ein herzlichen Dankeschön dafür!

Freitag, 12.11.2021, 19 Uhr - Kasparas Uinskas

Franz Liszt: Etüden, Sonetto 123 del Petrarca, Widmung (nach Schumann), Sonate h-Moll

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Samstag, 13.11.2021, 19 UhrAndreas Frölich (ausverkauft)

Mozart: Fantasie c-Moll KV 475 | Sonate F-Dur KV 332 | Fantasie d-Moll KV 397

Bach: Siciliano (Kempff) | Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ (Kempff) | Nun komm der Heiden Heiland (Busoni) | Jesus bleibet meine Freude (Myra Hess) | Preludio (Siloti)

Chopin: Polonaise  cis-Moll, op.26/1 | Nocturnes op.posth., op.27/2, op. 15/1, op. 55/2 | Impromptu op. 51 | Walzer, op. 69

Richard Strauss: Zwei Lieder in Klavierbearbeitungen von Max Reger (Allerseelen, Morgen!)

Sonntag, 14.11.2021, 11 UhrVanessa Benelli Mosell (wenige Restkarten)

Nikolaj Medtner: Märchen, op. 20 Nr. 1 | Canzona Serenata, op. 38 Nr. 6

Ludwig van Beethoven: Klaviersonate G-Dur, op. 31 Nr. 1

Nino Rota: Suite nach der Filmmusik zu Fellinis Casanova

Franz Liszt: Réminiscences de Norma