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Pedro Halffter, Pianist, Dirigent und Komponist eines neuen Klavierquintetts, das die Villa Musica zum Thema Beethoven und Dalí in Auftrag gab.

Spanische Wochen bei Villa Musica

Hommage an Beethoven und Dalí: so nennt der spanische Pianist und Dirigent Pedro Halffter sein neues Klavierquintett. Am 16. August spielt er mit dem jungen Adelphi-Quartett die Uraufführung – spanische Wochen bei Villa Musica.

Granados, Dalí und die Halffters

Spanien spielt auf der Europakarte der Klassischen Musik jenseits der Gitarre nur eine Nebenrolle. Zumeist stammen spanische Töne in unseren Konzertsälen und Opernhäusern von Komponisten aus Italien (Rossinis Barbier) oder Frankreich (Bizets Carmen, Ravels spanische Werke). Umso schöner, dass die Villa Musica im Arp Museum Bahnhof Rolandseck spanische Wochen ausgerufen hat. Granados, de Falla und die Halffter-Dynastie sorgen für spanische Rhythmen und sommerlich flirrende Klänge hoch über dem Rhein.

Spanier Beethoven

Sonntag | 9. August 2020 | 11 und 15 Uhr

Am kommenden Sonntag 9. August spielt die wundervolle Geigerin Viviane Hagner Fritz Kreislers Fassung eines spanischen Tanzes von Manuel de Falla: virtuose Violinkunst im Dienst spanischer Folklore. Dass auch Beethoven von Spaniern abstammte, wagen manche Musiker von der iberischen Halbinsel allen Ernstes zu behaupten, denn der Bonner Meister führte im Familienkreis den Spitznamen "der Spanier". Spanisches findet man im wundervollen Wienerischen Es-Dur-Trio Opus 70 Nr. 2 eher wenig. dafür umso mehr im Klaviertrio von Enrique Granados, dem großen Unbekannten der spanischen Kammermusik. Der legendäre Pianist und Komponist, der mitten im Ersten Weltkrieg im Ärmelkanal unterging, als ein deutsches U-Boot eine Fähre attackierte, ist heute mehr auf der Gitarre als auf seinem Instrument zu hören. Das wird der phänomenale Pianist Fabian Müller entschieden ändern. Gemeinsam mit dem vorzüglichen Cello-Stipendiaten Simon Eberle und Viviane Hagner spielt er die flrrenden Klängen des Klaviertrios von Granados mit medittarener Sinnlichkeit und großen Pathos. Im Richard-Meier-Bau hoch über dem Rhein kommen spanische Urlaubsgefühle auf. Eine Prise Spanien mit einer frischen Brise vom Meer.

Viviane Hagner Violine

Fabian Müller Klavier

Simon Eberle Violoncello

Beethoven: Klaviertrio Es-Dur, op. 70 Nr. 2

Granados: Klaviertrio, op. 50

De Falla: Spanischer Tanz aus La vida breve (Arr. Fritz Kreisler)

 

Hommage an Dalí und Beethoven

Sonntag | 16. August 2020 | 11 und 15 Uhr

Endlich kann Pedro Halffter sein Klavierquintett aus der Taufe heben, genannt „Hommage an Dalí und Beethoven“. Das Auftragswerk der Villa Musica sollte eigentlich im März uraufgeführt werden, doch der Lockdown verhinderte die Weltpremiere. Nun kann der spanische Dirigent, Komponist und Pianist sein Quintett für Klavier und Streicher endlich vorstellen, während zwei Stockwerke höher imm noch Dalís imposante Zeichnungen von Beethoven hängen. Eine ideale Symbiose aus Musik und Kunst. Mit von der Partie ist ein fantastisches junges Streichquartett aus der Förderung der Villa Musica: das Adelphi Quartett aus Salzburg. im Juli begeisterte es den Celloaltmeister Valentin Erben durch seine ausgereifte Klangkultur. Dies zeigen die vier Studenten des Mozarteums nun in Beethovens Großer Fuge und in einem Streichquartett des Dalí-Freundes Ernesto Halffter - ein Großonkel von Pedro und Vorreiter der Halffter-Dynastie.

Pedro Halffter, Klavier

Adelphi Quartett

Pedro Halffter: Klavierquintett Hommage an Dalí und Beethoven

Ernesto Halffter: Streichquartett (1923)

Ludwig van Beethoven: Große Fuge, op. 133

 

Die Halffter-Dynastie und Beethoven

Sonntag | 6. September 2020 | 11 und 15 Uhr

Der Name Halffter ziert noch einmal das Sommerprogramm der Villa Musica in Rolandseck: Am ersten Septembersonntag spielt Pedro Halffter Werke seiner Altvorderen Rodolfo und Ernesto. Darunter ist auch der "fröhliche Marsch" von Ernesto Halffter, zu dem Dalí sich selbst als Titelbild zeichnete. So eng war die Freundschaft zwischen dem Kunstgenie und dem Komponisten, der später auch die Eröffnungsmusik für das Teatro-Museo in Figueres schrieb. Alexander Hülshoff, der Meistercellist aus Köln und Künstlerische Direktor der Villa Musica, spielt die Cellosonate eines anderen Halffter, Rodlfo, komponiert in den späten Fünfziger Jahren. So sind in diesem Programm drei Generationen der Halffter-Dynastie vereint. Auch Ludwig van Beethoven stammte aus einer Musikerdynastie. Seine Sinfonien wurden schon zu Lebzeiten für kammermusikalische Besetzungen bearbeitet, aber nur ein einziges dieser Arrangements hat das Placet des Meisters gefunden: die Fassung der Zweiten für Klaviertrio. Alexander Hülshoff stürmt mit Stipendiaten der Villa Musica durch dieses verwegene Stück, geprägt vom „Elan terrible“ der Revolutionszeit.  

Alexander Hülshoff Violoncello

Pedro Halffter Klavier

Stipendiatinnen und Stipendiaten der Villa Musica

Rodolfo Halffter: Cellosonate, op. 26 (1959/60)

Ernesto Halffter: Klavierwerke: Hommage an Ricardo Viñes, Marche Joyeuse

Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 2 D-Dur, op. 36 (Klaviertriofassung)