Aktuell: Barock bei RheinVokal

HASSE MIT REINHARD GOEBEL
Samstag, 22.7., 19 Uhr – Stadthalle Boppard
Goebel und Hasse, diese Paarung verheißt ein Feuerwerk an brillanter Orchestermusik und virtuosen Arien im “galanten Stil”. Schon vor Jahren entdeckte Reinhard Goebel seine Liebe zur ersten neapolitanischen Oper von Johann Adolph Hasse von 1725. “Marc’Antonio e Cleopatra” erzählt das tragische Ende der großen Liebe zwischen Marcus Antonius und Cleopatra. Der Tod der Beiden nach der Niederlage gegen Octavian wurde vom jungen Hamburger Hasse in so anrührende, galante Melodien gefasst, dass ganz Neapel zu Tränen gerührt war – auch deshalb, weil Farinelli als Cleopatra und Vittoria Tesi als Antonius so wundervoll sangen. Dies übernehmen in Boppard Sibylla Rubens in der Rolle der Ägypterin und Franziska Gottwald als ihr “latin loser” aus Rom. Die Streicher der “Camerata Villa Musica” spielen mit dem Feuereifer junger Virtuosen, streng geführt vom Meister des barocken Klangs: Reinhard Goebel.

BACHKANTATEN MIT MARIE-FRIEDERIKE SCHÖDER
Samstag, 5.8., 19 Uhr – St. Laurentius, Bad Neuenahr-Ahrweiler
Bachs Solokantaten für Sopran gehören zum Schönsten, was es an Barockmusik gibt – nicht zufällig, war Bach doch mit einer Sopranistin verheiratet. Brieflich bescheinigte er seiner Anna Magdalena, dass sie “gar einen sauberen Soprano singet”. Einen solchen hat auch Marie Friederike Schöder: Ihre Koloraturkünste bescherten ihr als erster Sängerin überhaupt den Leipziger Bachpreis. Einmal im Leben alle Soprankantaten von Bach zu singen, ist ihr großer Traum. RheinVokal ist Teil dieses Projekts. Für Bad Neuenahr hat sie zwei besonders lange und anspruchsvolle Werke ausgesucht: “Falsche Welt, dir trau ich nicht”, BWV 52, und “Mein Herze schwimmt im Blut”, BWV 199. Michael Hofstetter steht am Pult. Er bringt seine Erfahrung als Bachdirigent auch im 1. Brandenburgischen Konzert ein, wo Christian Binde auf dem Naturhorn glänzt, zusammen mit seinem Barockorchester “Compagnia di Punto”.

MONTEVERDI MIT WOLFGANG KATSCHNER
Samstag, 19.8., 19 Uhr – St. Severus Boppard
Am 15. Mai ehrt die Stadt Cremona ihren großen Sohn Claudio Monteverdi, am 19. August ist seine Musik beim Festival RheinVokal zu hören. Der größte Komponist des Frühbarock wurde vor 450 Jahren in der Geigen-Metropole der Po-Ebene geboren. Als Hofkapellmeister in Mantua revolutionierte er das Madrigal und gehörte zu den Erfindern der Oper. In seinen Sologesängen und Madrigalen kostete er alle Gemütsregungen des Menschen aus. Als Markuskapellmeister in Venedig übertrug er diesen neuen Stil auch auf die Kirchenmusik – wie erfolgreich, das zeigt Wolfgang Katschner in einem hinreißenden venezianischen Programm mit Kirchenmusik von Monteverdi und seinen Zeitgenossen. Solistin ist die junge Sopranistin Hanna Herfurtner. Die Lautten Compagney Berlin wartet mit allem auf, was den Klang des Frühbarock so aufregend macht: Lauten, Gamben, Barockgeigen, Flöten, Cembalo. Der Zauber Venedigs im suggestiven Kirchenraum von Sankt Severus.

PURCELL MIT LA REVEUSE
Sonntag, 20.8., 19 Uhr – Liebfrauenkirche Oberwesel
Das Schlusskonzert von RheinVokal 2017 kommt mit drei Sängern, Gambe, Orgel und Theorbe aus, um dem unsterblichen Henry Purcell ein Denkmal zu setzen. Wenn das französische Ensemble “La Reveuse” seine geistliche Musik singt, sorgt der englische Tenor Jeffrey Thompson für die authentische Aussprache. Unter William Christie glänzte er als Solist in den großen Vokalwerken von Rameau, im Ensemble “La Reveuse” setzt er seinen hellen, leuchtenden Tenor für die Musik Purcells ein. Zu hören sind einige der schönsten geistlichen Gesänge des unerschöpflichen Genies aus Westminster im gotischen Kirchenraum von Liebfrauen in Oberwesel.

Tickets unter 02622 / 9264250 und auf dieser Homepage
Weitere Infos www.rheinvokal.de