Aktuell: Burgenklassik 2018

Die Programme sind so romantisch wie die Spielstätten. Rheinfels, Marksburg, Stolzenfels, Burg Maus, Burg Boppard – klingende Namen im UNESCO-Welterbe Mittelrheintal, zum Klingen gebracht von Dozenten und Stipendiaten der Villa Musica.

Summer Music
Sonntag, 3.6., 11 Uhr – Festung Ehrenbreitstein (Koblenz)
Das junge qunst.quintett gibt den Auftakt zur Burgenwoche – sommerlich leicht im Klang, perfekt gestimmt auf fünf Blasinstrumenten und vor herrlicher Kulisse im Kuppelsaal der Festung Ehrenbreitstein. Die “Summer Music” des Amerikaners Samuel Barber gibt den Ton an. Mozart und sein pfälzischer Bewunderer Danzi, der “Dänische Strauss” Carl Nielsen und der pfiffige Ungar György Ligeti blasen ins gleiche Horn und sorgen für eine Matinee voller Überraschungen und Kontraste.

Wolfgang Amadeus Mozart: Ouvertüre zu “Die Zauberflöte”, KV 620
Franz Danzi: Bläserquintett g-Moll, op. 56,2
Samuel Barber: Summer Music, op. 31
György Ligeti: Sechs Bagatellen
Carl Nielsen: Bläserquintett, op. 43

Wiener Klassik
Sonntag, 3.6., 17 Uhr – Burg Maus (St. Goarshausen)
Jens Peter Mainz, Deutschlands erfolgreichster Cello-Professor, ist der ruhende Pol im Trio-Nachmittag auf Burg Maus. Seine bezaubernden Mitspielerinnen kommen aus Frankreich und Israel: die Geigerin Charlotte Chahuneau und die Bratschistin Shira Majoni. Zusammen spielen sie die schönste Dreiviertelstunde dreistimmiger Kammermusik im Werk Mozarts: das himmlische Divertimento KV 563, komponiert im idyllischen Spätsommer 1788 im Wiener Alsergrund. Dazu passen Beethovens frühes Opus 3 und das dramatische Trio des Schostakowitsch-Freundes Weinberg.

Ludwig van Beethoven: Streichtrio Es-Dur, op. 3
Mieczyslaw Weinberg: Streichtrio a-Moll, op. 48 (1950)
Wolfgang Amadeus Mozart: Divertimento Es-Dur, KV 563

Quartettabend
Mittwoch, 6.6., 19 Uhr – Marksburg (Braubach)
Was feindliche Heere nie geschafft haben, das gelingt dem “Alinde Quartett” auf Anhieb: Es erobert die Marksburg im Sturm. Gegen die Tremolo-Stürme in Mendelssohns f-Moll-Quartett ist jeder Widerstand zwecklos. Auch die berühmten Quinten im späten d-Moll-Quartett von Haydn sind ideale Vorlagen für das junge, preisgekrönte Streichquartett. Mit aphoristisch kurzem Kurtág setzt es einen modernen Kontrast zwischen Klassik und Romantik.

Joseph Haydn: Streichquartett d-Moll, op. 76 Nr. 2
György Kurtág: Officium breve
Felix Mendelssohn: Streichquartett f-Moll, op. 80

Streichtrios
Donnerstag, 7.6., 19 Uhr – Burg Rheinfels (St. Goar)
Wenn der russische Bratschist Alexander Zemtsov mit zwei Stipendiatinnen der Villa Musica Streichtrios von Sibelius und Reger spielt, weht die chromalinsaure Luft der Jahrhundertwende durch Burg Rheinfels hoch über St. Goar. Gut, dass auch ein Trio des Rheinländers Beethoven dabei ist, damit auch der rheinische Humor und die Wiener klassische Schönheit zu ihrem Recht kommen.

Jean Sibelius: Streichtrio g-Moll
Max Reger: Streichtrio a-Moll, op. 77b
Ludwig van Beethoven: Trio G-Dur, op. 9 Nr. 1

Cello und Harfe
Freitag, 8.6., 19 Uhr – Schloss Stolzenfels (Koblenz)
Es tönt ein voller Harfenklang durch die Sommerhalle von Schloss Stolzenfels: Der Meisterharfenist Christoph Bielefeld, ehemaliger Stipendiat der Villa Musica, spielt im Duo mit Alexander Hülshoff, dem Meistercellisten aus Köln und Künstlerischen Leiter der Villa Musica. Von Bach bis zu Bruchs “Kol Nidrei”, von Schubert bis Saint-Saëns lassen die Beiden keine Chance ungenutzt, das Publikum zu rühren und zu bewegen.

Johann Sebastian Bach: Cellosuite Nr. 2 d-Moll, BWV 1008
Ludwig van Beethoven: Adagio
Luigi Boccherini: Cellosonate A-Dur, G. 4
Franz Schubert:
Liedbearbeitungen für Cello und Harfe:
Henriette Renié: Légende für Harfe
Gabriel Fauré: Impromptu für Harfe, op. 86
Max Bruch: Kol Nidrei für Cello und Harfe
Paul Hindemith: Sonate für Harfe solo
Camille Saint-Saëns: Fantaisie, op. 124

Bach und Bartók
Samstag, 9.6., 19 Uhr – Kurfürstliche Burg (Boppard)
Charlotte Chahuneau und Shira Majoni, die bezaubernden Mitspielerinnen von Jens Peter Mainz, sind auch im Duo zu erleben: Sie bauen Brücken zwischen den zweistimmigen Inventionen Bachs und den Duos von Bartók, zwischen den Martinu-Madrigalen und einem Mozart-Duo. Furioser Ausklang ist Schuberts “Erlkönig” in einem überraschenden Arrangement.

Johann Sebastian Bach: Zweistimmige Inventionen
Béla Bartók: Aus den Duos, Sz. 98
Wolfgang Amadeus Mozart: Duo G-Dur, KV 423
Bohuslav Martinu: Drei Madrigale
Franz Schubert: Erlkönig (Arr. Wolff)

Rheinromantik
Sonntag, 10.6., 17 Uhr – Schloss Engers (Neuwied-Engers)
Boris Garlitsky, der Pariser Violinprofessor mit russisch-englischem Hintergrund, und der italienische Cellist Giovanni Gnocchi schwelgen in reinster Romantik. Fünf junge Streicher der Villa Musica unterstützen sie dabei. Kann es Schöneres geben als das zweite Streichquintett von Brahms mit seinem triumphalen Cellothema und dem himmlisch traurigen Adagio? Oder die “Romantischen Stücke” von Dvořák in der Urfassung für zwei Geigen und Bratsche? Oder das späte Streichquintett des immer noch unterschätzten Bruch? Ein Burgenklassik-Finale zum Schwelgen und Träumen.

Max Bruch: Streichquintett Es-Dur
Antonín Dvořák: Romantische Stücke, op. 75
Johannes Brahms: Streichquintett G-Dur, op. 111

Tickets: Vollpreis pro Konzert 20,- (Burg Maus: 16,-)
50 % Ermäßigung für Studenten und Schwerbehinderte
06131 / 9251800
www.villamusica.de

Tickets können zusammen mit solchen für RheinVokal, den Mainzer Musiksommer und die übrigen Villa Musica-Konzerte bestellt werden!