Aktuell: Duos und Trios

Junge Streicherinnen der Villa Musica und prominente Gäste musizieren im Februar und März in Duo- und Trio-Besetzungen, wunderschöne Programme zwischen Mozart, Schubert und Schostakowitsch.

Duos in der Synagoge
Fr. 16.3., 19 Uhr – Synagoge Laufwersweiler
Eine fantastische junge Geigerin aus Frankreich und eine phänomenale junge Bratschistin aus Israel gastieren am Freitag, 16. März, um 19 Uhr in der ehemaligen Synagoge Laufersweiler. „Musik in der Synagoge“ heißt die Reihe der Landesstiftung Villa Musica, die hier zwei ihrer besten Stipendiatinnen präsentiert: Die Geigerin Charlotte Chahuneau wurde 1991 in Paris geboren, wo sie am berühmten „Conservatoire“ studierte. Zwei Jahre älter ist Shira Majoni aus Jerusalem, die in Tel Aviv, Boston und Berlin ihre Studien absolvierte. Zusammen bringen die beiden jungen Musikerinnen rund ein Dutzend Preise bei internationalen Wettbewerben auf die Waage – ein Beweis für ihre stupende Virtuosität. Das feine kammermusikalische Zusammenspiel lernten sie bei der Villa Musica in Projekten mit Weltstars wie Pinchas Zukerman oder Ragna Schirmer. In Laufersweiler ziehen sie im Duett alle Register ihres Könnens. Schon im G-Dur-Duo, KV 423, von Wolfgang Amadeus Mozart liefern sich die Beiden einen klangschönen Schlagabtausch. Er steigert sich in den „Drei Madrigalen“ des Tschechen Bohuslav Martinů zu atemberaubender Virtuosität, was auch für eine Transkription des „Erlkönigs“ von Franz Schubert zutrifft. Ungarisch volkstümlich geht es in den Duetten von Béla Bartók zu, tänzerisch und barock in den 15 Inventionen von Johann Sebastian Bach, die hier vom Klavier auf Violine und Viola übertragen werden. Schon Bach wollte mit diesen wundervollen Stücken den jungen Musikern eine „kantable Art zu Spielen“ beibringen. Charlotte Chahuneau und Shira Majoni beherrschen das gesangliche Musizieren bis zur Perfektion.

Charlotte Chahuneau Violine (Stipendiatin der Villa Musica)
Shira Majoni Viola (Stipendiatin der Villa Musica)

Bach: Zweistimmige Inventionen BWV 772-786
Mozart: Duo G-Dur, KV 423
Bartók: Duette
Martinu: Drei Madrigale
Schubert: Erlkönig (Transkription Wolff)

Trio Franz Schubert
Sa. 17.3., 20 Uhr – Hüttenhaus Herdorf
So. 18.3., 11 Uhr – Villa Bellestate, Grafschaft-Holzweiler
Schubert ist ihr Namenspatron, Beethoven ihre Leidenschaft: Die drei Spitzenmusiker des „Trio Franz Schubert“ gastieren auf Einladung der Villa Musica im Hüttenhaus Herdorf und in der Villa Bellestate in Grafschaft-Holzweiler. Die Pianistin Michal Friedlander wurde in Genf geboren und ist in Israel aufgewachsen. Bereits mit 15 Jahren gab sie ihr Debüt in der Carnegie Hall in New York. Nach Studien in Jerusalem und Boston lebte sie lange in New York, bevor sie zur Berlinerin wurde. Ihre engen Bindungen an die Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz führten zur Gründung des Klaviertrios mit Nikolaus Boewer und Florian Barak, dem Konzertmeister und Solo-Cellisten des Orchesters. Sehnsuchtsvoll umschlingen sich die Linien der drei Instrumente, wenn die Musiker Schuberts Notturno Es-Dur anstimmen, einen der schönsten langsamen Sätze der Romantik. Danach schlagen sie dramatische Töne an, wenn es um Dmitri Schostakowitsch geht. 1944 schrieb der große Russe sein e-Moll-Trio als klingendes Mahnmal gegen Gewalt und Leid. Es spannt einen weiten Bogen von traurigen jüdischen Liedern bis zu heftigen Entladungen des Klangs. Nach der Pause beruhigen sich die Gemüter wieder: Zum krönenden Abschluss spielen die Musiker das längste, schönste und kaiserlichste Klaviertrio von Beethoven: das „Erzherzogtrio“, op. 97. Der Meister widmete es seinem Schüler Erzherzog Rudolph, dem Bruder des österreichischen Kaisers Franz I. Himmlische Klanglandschaften werden vor den Hörern ausgebreitet und tragen schon den Duft des Frühlings in die Villa Bellestate.

Michal Friedlander Klavier
Nikolaus Boewer Violine
Florian Barak Violoncello

Schubert: Notturno Es-Dur, D 897
Schostakowitsch: Klaviertrio Nr. 2 e-Moll, op. 67
Beethoven: Erzherzog-Trio B-Dur, op. 97