Hintergrund: Solistenpreis für Stipendiatinnen

Die Villa Musica verleiht zusammen mit der Klassischen Philharmonie Bonn erstmals einen Solistenpreis: Zwei Stipendiatinnen der Villa Musica erhalten die Chance, als Solistinnen mit dem renommierten Bonner Orchester aufzutreten: die deutsche Geigerin Christa-Maria Stangorra und ihre spanische Kollegin Carla Marrero. Bis Ende März spielen sie abwechselnd Schumanns Violinkonzert unter der Leitung von Heribert Beissel in zwölf der bedeutendsten Konzertsäle Deutschlands. Im Rhein-Main-Gebiet machen sie am 28. März im Kurhaus Wiesbaden Station.

Beide Musikerinnen wurden bei Wettbewerben ausgezeichnet und haben sich bei Villa Musica-Projekten vielfach bewährt. Für den neuen Preis wurden sie von einer Jury unter dem Vorsitz von Prof. Alexander Hülshoff und Ervis Gega ausgewählt. Der Künstlerische Leiter der Villa Musica und die Konzertmeisterin der Klassischen Philharmonie Bonn freuen sich auf die fantastischen jungen Solistinnen.

Christa-Maria Stangorra, geboren 1995, stammt aus einer deutsch-lettischen Musikerfamilie. Bereits ihre Mutter war Stipendiatin der Villa Musica. Ihren ersten Violinunterricht erhielt sie mit vier Jahren. Seit 2013 studiert sie bei Tanja Becker-Bender an der Musikhochschule Hamburg. 2016/17 absolvierte sie ein Auslandsjahr an der Haute École de Musique in Sion (CH) sowie an der Scuola di Musica di Fiesole bei Florenz, jeweils in der Klasse von Pavel Vernikov. Meisterkurse besuchte sie u.a. bei Daniel Barenboim, Latica Honda-Rosenberg, Igor Ozim und Stephan Picard. Zu ihren Auszeichnungen zählen der 1. Bundespreis bei Jugend Musiziert 2013 (Violine solo) mit WESPE-Sonderpreis, der 1. Preis beim Elise-Meyer-Wettbewerb in Hamburg, der GWK Musikpreis 2014 in Münster, der 3. Preis beim Königin Sophie Charlotte Wettbewerb in Mirow und der Jugendförderpreis beim Leopold Mozart-Wettbewerb in Augsburg. 2016 wurde sie in die Stiftung Villa Musica Rheinland-Pfalz aufgenommen sowie Mitglied der LGT Young Soloists aufgenommen, deren Konzertreisen sie u.a. nach Hongkong, Singapur und Tel Aviv führten. Highlights der vergangenen Saison waren solistische Auftritte in der Tonhalle Zürich und beim Rheingau Musikfestival. Eine CD mit skandinavischen Werken erscheint im Frühjahr 2018 bei Sony/ RCA Red Seal. Die Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes konzertierte mehrfach in der Londoner Wigmore Hall, im Ateneo Madrid und bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern. Einladungen zu Kammermusikfestivals führten sie in die Schweiz, nach Griechenland und China, zum Thy Chamber Music Festival nach Dänemark und nach Tokio. Beim 26. Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds erspielte sie sich eine Violine von Giovanni Francesco Pressenda von 1823 aus deutschem Staatsbesitz.

Carla Marrero, geboren 1995 in Madrid, erhielt ihren ersten Violinunterricht im Alter von vier Jahren. Sie war Jungstudentin an der Musikhochschule Köln bei Ariadne Daskalakis und an der Musikhochschule Detmold bei Marco Rizzi sowie an der Musikhochschule Berlin bei Kolja Blacher für ein zusätzliches Kammermusikstudium. Ihr Bachelorstudium absolvierte sie im Alter von 18 Jahren am Real Conservatorio Superior de Música in Madrid. 2016 begann sie mit ihrem Masterstudium bei Friedemann Eichhorn an der Musikhochschule Weimar. Meisterkurse besuchte sie u.a. bei Viktor Tretjakov, Donald Weilerstein, Ana Chumachenco und Mauricio Fuks. Weitere künstlerische Impulse erhielt sie u.a. von Sergej Fatkulin, Diemut Poppen und Pablo Ferrández. 2005 gewann sie im Wettbewerb Demidov International in Jekaterinburg neben dem ersten Preis auch den Preis für die jüngste Teilnehmerin und den Sonderpreis für künstlerische Begabung. Außerdem ist sie Preisträgerin bei Jugend Musiziert auf Bundesebene und beim Internationalen Musikwettbewerb London. Es folgten weitere erste Preise bei Violines por la Paz und Forum Musikae. Seit diesem Jahr ist sie Stipendiatin der Villa Musica Rheinland-Pfalz. Außerdem ist sie Botschafterin des Guten Willens für die Stiftung Tierra de Hombres und Botschafterin der Kinder Lateinamerikas für die Stiftung SaludArte. Orchestererfahrung sammelte sie u.a. im Orchester der Deutschen Oper Berlin, mit dem Nationalen Sinfonieorchester der Ukraine und dem Spanischen Rundfunkorchester. Ihre Konzerttätigkeit führte sie u.a. nach Österreich, Italien, Finnland, England, Russland und China. Sie spielt auf einer Violine von G. Bairhoff aus dem Jahre 1761, welche ihr von Charles und Peter Beare zur Verfügung gestellt wird.