Menschen: Ausgezeichnet

Die Oboistin Johanna Stier und der Geiger Lukas Stepp wurden mit den jährlichen Förderpreisen der Villa Musica in Höhe von je 1500,- Euro ausgezeichnet. Prof. Alexander Hülshoff, der Künstlerische Leiter, lobte ihren Teamgeist, ihre herausragende Qualität und ihren Sinn fürs Kammermusikalische. Zusammen mit Alfons Moritz, dem zweiten Vorsitzenden von “Freunde der Villa Musica e.V.“, überreichte er die vom Freundeskreis gestifteten Preise. Beim Preisträgerkonzert in der Villa Musica bewiesen die beiden ihr Können. Hier eine kurze Vorstellung.

Johanna Stier, Oboe, geboren 1991 in München, erhielt ab ihrem elften Lebensjahr Oboenunterricht bei Stephan Pieger. 2008 wurde sie als Jungstudentin in die Klasse von Mario Kaminski an der Musikhochschule München aufgenommen. Zusätzliche Förderung erhielt sie durch Christoph Hartmann, Oboist der Berliner Philharmoniker. Sie gewann mehrere Bundespreise bei Jugend musiziert. 2010 nahm sie ihr Studium bei Klaus Becker an der Musikhochschule Hannover auf. Zwei Jahre später wechselte sie nach Stuttgart in die Klasse von Christian Schmitt und schloss dort ihr Bacherlorstudium mit Bestnote ab. In der Saison 2014/15 wirkte sie als Akademistin bei den Bamberger Symphonikern. Weitere Erfahrung sammelte sie u. a. in der Jungen Deutschen Philharmonie und im Schleswig-Holstein Festivalorchester sowie bei der NDR Radiophilharmonie. Neben der Orchestertätigkeit widmet sie sich insbesondere der Kammermusik und der Oboe d’amore. Regelmäßig ist sie auch als Solistin zu hören, so etwa mit dem Kammerorchester des Schleswig-Holstein-Festivals, der Bad Reichenhaller Philharmonie und dem Kurpfälzischen Kammerorchester.

Bei Villa Musica glänzte Johanna Stier u. a. als Oboensolistin im Vivaldi Project 2014 mit dem Fagottisten Sergio Azzolini, sie wirkte mit Marie-Luise Neunecker an der Wiederentdeckung eines Sextetts von Johanna Senfter mit, der Reger-Schülerin aus Oppenheim, und war Oboensolistin in Mahlers Lied von der Erde. Im Oktober 2015 spielte mit ihrem Monet-Trio in Bad Hönningen, wo sie mit dem Preis der Michael Buse-Stiftung ausgezeichnet wurde.

Lukas Stepp, Violine, geboren 1989 in Stuttgart, erhielt im Alter von fünf Jahren seinen ersten Geigenunterricht. Mit acht Jahren wechselte er zu Ulrike Abdank an die Stuttgarter Musikschule, wo er in die Begabtenklasse aufgenommen wurde. 2006-10 setzte er seine Ausbildung am Institut zur Frühförderung musikalisch Hochbegabter an der Musikhochschule Hannover bei Ina Kertscher fort. Seit 2011 studiert er an der Musikhochschule Hanns Eisler in Berlin bei Stephan Picard. Weitere künstlerische Anregungen erhielt er von Ingolf Turban, Eberhard Feltz, Ana Chumachenco und dem Artemis Quartett. Er ist mehrfacher erster- und Sonderpreisträger des Bundeswettbewerbs Jugend musiziert. Weitere Preise gewann er solistisch bei internationalen Wettbewerben wie dem Brahmswettbewerb (2010), der International Schönfeld String Competition (China 2014) und dem Wettbewerb Julio Cardona in Portugal (2011). Er absolvierte Auftritte als Solist u. a. mit den Stuttgarter Philharmonikern, dem Kärntener Sinfonieorchester, dem Jungen Ensemble Berlin, dem Theaterorchester Hildesheim, der Badischen Kammerphilharmonie und dem Jugendsinfonieorchester Macau in China. Er widmet sich intensiv der Kammermusik und trat in wechselnden Besetzungen mit Kammermusikpartnern wie Jakob Stepp, Tobias Feldmann, Sander Stuart, Elisabeth Brauss bei renommierten Festivals auf, u.a. Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein Musik Festival, Ludwigsburger Schlossfestspiele, Bodenseefestival, Rheingau Musikfestival und Sommets Musicaux in Gstaad in der Schweiz. Darüber hinaus ist Lukas Stepp als Konzertmeister bei der Hamburger Camerata und als Aushilfe Konzertmeister an der Hamburger Oper. Weitere Aushilfsprojekte spielte er beim Radiosinfonieorchester Stuttgart des SWR und bei den Berliner Philharmonikern. Seit 2015 ist er Stipendiat der Oscar und Vera Ritter- Stiftung, seit 2012 Stipendiat der Villa Musica Rheinland-Pfalz. Die Deutsche Stiftung Musikleben stellt ihm 2005 Instrumente leihweise zur Verfügung. Als mehrfacher Preisträger des Wettbewerbs des Deutschen Musikinstrumentenfonds spielt er derzeit eine Violine von Andreas Guarnerius, Cremona 1663, eine treuhänderische Eingabe in den Fonds.

Bei Villa Musica wirkte er an zahlreichen Projekten mit, u. a. mit Antje Weithaas (Dezember 2012), mit dem französischen Geiger Gilles Apap (April 2014), mit dem Barockgeiger Rüdiger Lotter (Juli 2014), bei Violins of Hope (November 2014) und mit dem amerikanischen Pianisten und Komponisten Marc Neikrug (Oktober 2015). Außerdem spielte er als Geiger und Akteur den „Violinblitz“ im Villa Musica-Kinderstück Superhelden der Musik von Angelina Fischer.