Hintergrund: Trifelsserenaden 2018

Schöner könnte der Blick über die Pfalz nicht sein: Burg Trifels hoch über Annweiler belohnt den steilen Aufstieg jeden Sommer aufs Neue mit fantastischen Konzerten in herrlicher Lage. Im Festsaal der Kaiserburg reicht der Bogen von Bach bis Piazzolla, von Violinkonzerten bis tim Tango. Die Akteure sind Stipendiatinnen und Stipendiaten der Villa Musica an der Seite erfahrener Kollegen. Das Programm, gestaltet vom Künstlerischen Leiter Prof. Alexander Hülshoff, lockt in diesem Sommer mit besonders schönen, unvergesslichen Programmen.

WIENER KLASSIK
Sa. 23. Juni 2018, 20 Uhr
Vier junge Streicher aus Frankfurt und Mainz, die auf dem Weg zur Weltkarriere sind: das Aris-Quartett. Beim ARD Wettbewerb in München vor zwei Jahren waren sie die heimlichen Sieger: Offiziell mit dem 2. Preis bedacht, erspielten sie sich den Publikumspreis und etliche Sonderpreise. Seitdem geht es für die vier ehemaligen Stipendiaten der Villa Musica in der Konzertsälen der Welt steil nach oben. Ihre zweite CD haben sie auch schon produziert. Ihr Programm auf dem Trifels ist wie gemacht für eine sommerliche Serenade: Mozarts “Jagdquartett” und Beethovens frühes c-Moll-Quartett zaubern den Glanz der Wiener Klassik in den Festsaal. Nach der Pause beweisen die Musiker, wie man Schubert so fesselnd spielen kann, dass die Zuhörer kaum zum Atemholen kommen.

Aris Quartett
Anna Katharina Wildermuth, Violine I
Noémie Zipperling, Violine II
Caspar Vinzens, Viola
Lukas Sieber, Violoncello

Mozart: „Jagdquartett“ B-Dur, KV 458
Beethoven: Quartett c-Moll, op. 18,4
Schubert: Quartett d-Moll, D 810 („Der Tod und das Mädchen“)

MOZART UND BRAHMS
Sa. 21. Juli 2018, 20 Uhr
Streicherklänge zum Schwelgen und Träumen: Gerade erst hat Roland Glassl seiner langjährigen Wirkungsstätte, der Frankfurter Musikhochschule, Adieu gesagt, dich für Villa Musica bleibt er noch ein wenig in der Region und spielt mit jungen Streichern der Stiftung ein Traumprogramm. Der renommierteste Bratschenprofessor Deutschlands, langjähriges Mitglied im “Mandelring Quartett”, hat sich eine Mozart-Rarität herausgesucht: das selten zu hörende 1. Streichquintett KV 174 von 1773, das Mozart später gründlich überarbeitet hat. Im Hornquintett kommt ein junger Hornist der Villa Musica zu den Streichern hinzu. Den krönenden Abschluss bildet das herrliche F-Dur-Streichquintett von Brahms, “ein Produkt des würzigen Ischler Mai”, wie es Max Kalbeck nannte.

Roland Glassl, Viola
Junge Solisten der Villa Musica

Mozart: Streichquintett B-Dur, KV 174; Hornquintett Es-Dur, KV 407
Brahms: Streichquintett F-Dur, op. 88

BLÄSERSERENADE
Sa. 11. August 2018, 20 Uhr
Bläser dürfen bei einer echten Serenade nicht fehlen. Die fünf jungen Musiker vom Auris Quintett beginnen ihren Abend locker leicht mit Rossinis Barbier-Ouvertüre. Danach setzen sie drei wenig gespielten tschechischen Komponisten ein Denkmal: Der böhmische Beethovenfreund Anton Reicha schrieb sein Quintett Es-Dur im Paris des Jahres 1815, in den 100 Tagen von Napoleons letzter Herrschaft. Auf seine klassisch schönen Töne antwortet das Quintett von Pavel Hass mit böhmisch-mährischen Klängen im Stil seines Lehrers Leoš Janáček. Der Komponist, der von den Nazis in Auschwitz ermordet wurde, gilt als bedeutendster Schüler das großen alten Manns aus Brno, was man seinem Quintett auch anhören kann. Ein Freund Gustav Mahlers war der Prager Komponist Bohuslav Foerster. Er schuf ein Malerisch bedeutungsschweres, spätromantisch schillerndes Quintett, das vom “Auris Quintett” meisterlich vorgetragen wird.

Auris Quintett
Edwin Reinhardt Rist, Flöte,
Christopher Koppitz, Oboe
Frederic Kurtz, Klarinette
Rosa Salomé Schell, Horn
Ujeon Kim, Fagott

Rossini: Ouvertüre zur Oper „Der Barbier von Sevilla“
Reicha: Bläserquintett Es-Dur, op. 88 Nr. 2
Haas: Bläserquintett, op. 10
Foerster: Bläserquintett D-Dur, op. 95

BACH UND TANGO
Sa. 25. August 2017, 20 Uhr
Ein fantastischer junger Cellist spielt mit einer Virtuosin auf dem Akkordeon: Philip Graham und Heidi Luosujärvie sind ein “Dream Team”, englisches Understatement, gepaart mit finnischer Leidenschaft. im “Großen Tango” von Astor Piazzolla können sie das ebenso beweisen wie in den Rumänischen Volkstänzen von Belá Bartók. Lyrische Stücke von Grieg und Scarlatti-Sonaten stehen für leichte, sommerliche Klassik. In Bachs zweiter Cellosuite zeigt Philip Graham, was er bei Villa Musica und von seinem Lehrer Alexander Hülshoff gelernt hat. Ebenso virtuos: die Solostücke für Akkordeon. “Bach und Tango” sind die rechte Mischung für einen Sommerabend Ende August.

Philip Graham Violoncello
Heidi Luosujärvi Akordeon

Grieg: Lyrische Stücke
Bach: 2. Cellosuite d-Moll, BWV 1008
Bragato: Graciela de Buenos Aires
Scarlatti: Sonate d-Moll, K 9, Sonate h-Moll, K 27
Bartók: Rumänische Volkstänze
Piazzolla: Le Grand Tango