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Friederike Seeßelberg in der Steinhalle des Mainzer Landesmuseums mit dem Klaviertrio Opus 70 Nr. 2.

Mein Beethoven: Friederike Seeßelberg

Die junge Cellistin spielte im letzten Villa Musica-Projekt vor dem Shutdown das wundervolle Beethoven-Trio Opus 70 Nr. 2 mit Elina Vähälä und dem Pianisten Andrei Gogolan. Hier eine wehmütige Erinnerung.

Friederike Seeßelberg: Mein Beethoven - in Coronazeiten

Ich hatte noch die schönen Klänge meines letzten Villa Musica Beethoven-Projektes Anfang März im Ohr und verschiedenste Kammermusik-, Orchester- und Hochschulprojekte im Visier, als sich plötzlich durch Corona sämtliche Pläne in Luft auflösten. Weil von einem Tag auf den nächsten meine Musikhochschule schloss und ich damit meine Übemöglichkeit verlor, bin ich kurz darauf zu meiner Familie nach Bayern gefahren. Dort bin ich seither und schwimme in Zeit. Ich kann mich nicht erinnern, je so viel Zeit gehabt zu haben, um in Ruhe und ohne Stress zu üben, spazieren zu gehen oder den Frühling zu erleben ... Es gibt also für mich durchaus viele schöne und erholsame Nebenaspekte, wenngleich mir zunehmend die Unsicherheit, wie es weitergeht, Sorgen macht. Dadurch, dass mein Professor sich bereit erklärt hat, meine Klasse jede Woche online zu unterrichten, mangelt es mir zum Glück bisher auch nicht an Motivation zum Üben, wie es ja mit dem Wegfall sämtlicher Konzerte leicht möglich gewesen wäre. Inzwischen fehlt mir das gemeinsame Musizieren und Konzertieren schon sehr, das Miteinander an der Hochschule und das Orchesterspielen in meiner Akademie. Zumindest soll unsere Hochschule in zwei Wochen wieder vorsichtig öffnen, und auch Präsenzunterricht soll wieder stattfinden. Das lässt ein wenig hoffen.

Das Schwierige daran, ein Werk von Beethoven als mein Lieblingsstück festzulegen, ist, dass ich immer wieder neue Werke von ihm kennenlerne und meistens so begeistert bin, dass Platz eins immer wieder wechselt. Bei meinem letzten Villa Musica Projekt habe ich wieder zwei neue Werke kennengelernt, das Septett und das Klaviertrio Op. 70 Nr.2, die sich sehr nachhaltig in mein Herz geschlichen haben. Ich bin aber natürlich ein riesiger Fan der neun Sinfonien, besonders der Dritten, der Eroica.