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Carla Marrero, Geigen-Stipendiatin der Villa Musica, begeistert sich für Beethovens Kreutzersonate.

Mein Beethoven: Carla Marrero

Die junge Geigerin aus Spanien, Stipendiatin der Villa Musica, hat uns aus dem Lockdown geschrieben über sich und ihren liebsten Beethoven. Am Donnerstag wird sie in Kaiserslautern Mendelssohn und Schumann spielen.

Online-Unterricht und Kreutzer-Sonate

Als die Quarantäne anfing, war ich noch am Anfang meiner Deutschland-Tournee mit der Klassischen Philharmonie Bonn, und durch die ganze Situation wurden leider sechs der sieben Konzerte abgesagt. Auch bei Villa Musica standen mehrere Recitals und Projekte an, die wegen der Pandemie abgesagt werden mussten. Man kann sagen, dass es gerade für uns Musiker nicht so leichte Zeiten sind. Das Gute ist, dass es trotz Quarantäne immer noch viel Raum gibt zum Musizieren, Üben und auch einfach zum Spaß Haben mit der Musik! Besonders in diesen letzten Monaten ist mir aufgefallen, wie stark die verbindende Kraft der Musik zwischen Menschen ist, und in diesen außergewöhnlichen Zeiten mehr denn je. Zum Beispiel haben mir meine Nachbarn erzählt, wie sehr sie sich gefreut hätten, mich üben zu hören, und dass sie sich jeden Tag durch die Musik begleitet und vergnügt gefühlt haben. Wenn ich mal entschieden hatte, später zu üben oder einfach mal Pause zu machen, haben sie sich Sorgen um mich gemacht und sich gefragt, warum die Geige auf einmal nicht zu hören war! 

Dank der neuen Technologien, die uns heute zu Verfügung stehen, war es mir auch möglich, mit meiner Familie und meinen Freundeskreis in Verbindung zu bleiben, sogar Online-Unterricht war möglich! Es war ungewohnt, meinen Professor die ganze Zeit durch einem Bildschirm zu sehen und sich manchmal mit der schlechten Verbindung herumzuschlagen, aber nachdem man sich an die besonderen Umstände gewöhnt hatte, war der Unterricht sehr gut und witzig! Durch Professor Eichhorns Initiative haben alle seine Studenten sogar ein Klassenprojekt gemacht, in dem wir alle ein Video zusammengestellt haben und ,,gemeinsam" ein wunderschönes Stückchen von Shostakovich gespielt haben! Seit Anfang Mai hat sich diese sozusagen „technologische“ Kommunikation jedoch etwas verändert. Dank der harten Arbeit der Musikhochschule Weimar und ihrer Mitarbeiter ist es möglich, unter sehr strengen Sicherheits- und Hygiene-Bedingungen, auch in der Hochschule Präsenz-Unterricht zu bekommen.

Zu der Frage, welches Stück von Beethoven mir am besten gefällt, habe ich keine richtige Antwort. Es ist schwer, ein Stück über andere zu stellen. Mir gefällt immer am besten, was ich im Moment spiele. Gegenwärtig spiele ich die Kreutzer-Sonate und das Streichquartett in F-Dur Op. 59 Nr. 1. Zwei andere großartige Stücke, die mir ganz nah am Herzen liegen, sind das Violinkonzert und das Klavierkonzert Nr. 5.