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Countertenor Jonathan Darbourne und Villa Musica-Streicher mit Johannes Pramsohler an der ersten Violine im hinreißend schönen Rondò "Mio tesoro in tal momento" von Giuseppe Sarti, uraufgeführt 1783 an der Mailänder Scala (Foto: Norbert Buschmann, Herdorf).

Mozart und Italien

Ein Konzert wie zu Mozarts Zeiten: Opernarien seiner berühmtesten italienischen Zeitgenossen und Kammermusik des Genies aus Salzburg ergänzten sich vorzüglich, in Schloss Engers, im Landesmuseum Mainz und im Hüttenhaus Herdorf. Gesangsdozentin Claudia Eder lockte aus den sieben junge Stimmen von Barock Vokal den Belcanto der späten Opera seria heraus. Johannes Pramsohler leitete fünf junge Streicherinnen und Streicher der Villa Musica im g-Moll-Quintett KV 516 und in den Arien - schlanker, schneller, kantabler, als man es sonst gewohnt ist.

Sie haben drei grandiose Abende hinter sich, die jungen Sängerinnen und Sänger, die mit Streichern der Villa Musica unbekannte Arien von Mozarts italienischen Zeitgenossen aufführten. „Mozart und Italien“ hieß das Programm, in dem zwei Countertenöre, vier Sopranistinnen und ein Bassist vergessene Arien von Mozarts italienischen Zeitgenossen und eine rare Konzertarie von Mozart aufs Podium zauberten. Prof. Dr. Karl Böhmer, der wissenschaftliche Direktor der Villa Musica, hatte die italienischen Arien in Musikbibliotheken in Italien, Deutschland, Portugal, England und den USA aufgestöbert, David Jakob Schläger hat sie für die Aufführungen bei Villa Musica eingerichtet. Der Pariser Geiger Johannes Pramsohler leitete fünf junge Streicher der Villa Musica, die nicht nur als wunderbar sensibles "Orchester" in den Arien fungieren, sondern auch ein entschlacktes und deutlich beschleunigtes g-Moll-Quintett von Mozart spielten. Prof. Claudia Eder von der Musikhochschule Mainz betreute die Sänger und war Feuer und Flamme für das Programm: „Eine Arie schöner als die andere, und alles völlig unbekannt“, findet die weltweit gesuchte Gesangsprofessorin. Wer kennt sie schon noch, die Opern eines Angelo Tarch oder Francesco Bianchi? Zu Mozarts Lebzeiten waren ihre Arien berühmter als seine eigenen, auch die von Paisiello, Sarti und Martín y Soler. Wer wissen wollte, warum, durfte diese drei Abende nicht versäumen.

Junge Stimmen von Barock Vokal

Einstudierung: Claudia Eder

Wolfgang A. Mozart            Adagio und Fuge c-Moll, KV 546

Giuseppe Sarti                    Mio tesoro, in tal momento (Idalide, Mailand 1783)   Jonathan Darbourne, Countertenor

Angelo Tarchi                      Ah, per pietà placatevi (Ifigenia in Tauride, Venedig 1786)  Betty Makharinsky, Sopran

Giovanni Paisiello                Di pena sì forte (Ipermestra, Padua 1791)  Johanna Reithmeier, Sopran

Giovanni Paisiello                Gia chè morir degg’io (Antigono, Neapel 1785)  Álvaro Tinjacá-Bedoya, Countertenor

Francesco Bianchi               Sventurata in tanti affanni (Alonso e Cora, Venedig 1786)  Ekatarina Korotkova, Sopran

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Wolfgang A. Mozart            Streichquintett g-Moll, KV 516

Wolfgang A. Mozart            Per questa bella mano, KV 612  Seungwon Choi, Bass; Daniel Kamien, Kontrabass

Vicente Martín y Soler         Non temer, amato bene (Andromaca, Turin 1781)  Sara Gouzy, Sopran

Zugabe:

Angelo Tarchi                     Chorsatz aus Ifigenia in Tauride (Venedig 1786)

Johannes Pramsohler, Violine  (Dozent)

Stipendiatinnen und Stipendiaten der Villa Musica:

Stefan Zientek, Violine

Clara Holdenried, Viola

Madlen Breckbill, Viola

Friederike Luise Arnholdt, Violoncello

Daniel Kamien, Kontrabass

 

 

 

 

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