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Jakob Bro auf dem Schlosshof Engers: hohe Jazz-Gitarrenkunst aus Dänemark (Foto: Herbert Piel).

Nordic Jazz in Schloss Engers

Laue Sommerabende, fantastische Sängerinnen, Jazz, der in die Seele geht, und neueste Technik auf dem Podium: Das war Nordic Jazz am vergangenen Wochenende. 

Kulturstaatssekretär Jürgen Hardeck bei Nordic Jazz

Kulturstaatssekretär Prof. Dr. Jürgen Hardeck war dabei und zog ein knappes Resümee: „Aktuellen nordischen Jazz in großer stilistischer Bandbreite bei sommerlichen Temperaturen erlebten mehrere hundert entspannte Musikfreunde am Wochenende. Die neue Open-Air-Bühne wurde erfolgreich eingeweiht.“ Nordic Jazz hieß dieses erste Wochenende im Kulturgarten Engers vom 25. bis 27. Juni. Jazzer und Singer-Song-Writer von den Färöer Inseln bis nach Estland verwandelten das Kultursommer-Motto „Nordlichter“ in leuchtende Abende am Rhein. 

Jakob Bro aus Dänemark machte den Anfang - ein legendärer Jazz-Gitarrist, der im Solo alle fesselte. Leider war sein Duopartner Palle Mikkelborg erkrankt, so dass seine berühmten Flügelhorn-Töne ausfielen. Umso präsenter war am selben Abend Kadri Voorand aus Estland. Die Sängerin ließ Jazzer-Herzen höher schlagen: Dank Computer war sie Solistin und Chorus in einem. Fantastisch die Bassbegleitung, unglaublich bewegend ihr Gesang. Und so ging es Samstagabend weiter: dank Tuija Komi, der Finnin aus München, und Claudia Campagnol, der Dänin, die in Budapest geboren wurde. Dänemark triumphierte nicht nur bei der Fußball-EM, sondern auch auf der Open Air-Bühne in Engers: Am Sonntag setzte der "dänische Sting" den atmosphärisch starken Schlusspunkt: Teitur, der Singer-Song-Writer von den Färöern.

Das Programm im Überblick

Freitag, 25. Juni 2021

Nordic Jazz I:

18 Uhr Jakob Bro (Gitarre) ohne Palle Mikkelborg, der erkrankt war (Dänemark)

Eine Jazz-Legende aus Dänemark auf dem Schlosshof Engers: Gitarrist Jakob Bro stand schon mit vielen Größen des Jazz auf dem Podium. Seinen Auftritt in Engers musste er leider ohne Palle Mikkelborg absolvieren, der erkrankt war.

20 Uhr Kadri Voorand (Estland)

In ihrer Heimat Estland ist sie ein Star und füllt die größten Konzerthallen: die Sängerin Kadri Voorand. Konsequent lotet sie die Grenzen zwischen Jazz, Pop und Folk aus. Vom estnischen Präsidenten Kersti Kaljulaid wurde sie dafür zur „Jungen Kulturpersönlichkeit des Jahres“ ernannt – nur eine von zahlreichen Auszeichnungen, die ihr in ihrer Heimat verliehen wurden, darunter auch der „Estonian Music Award“. Im Duo entfaltet sie ihren ganz eigenen kernigen Gesang.

Samstag, 26. Juni 2021

Nordic Jazz II:

18 Uhr Tuija Komi (Finnland)

Eine makellose, sinnliche Stimme aus dem hohen Norden mit sympathischer Wärme, die von betörender Leidenschaft bis zur rauen Blues-Rock-Power alle Register zieht - und das bei einem verblüffenden Stimmumfang. Jazz, Soul und finnischer Tango gehen bei ihr eine perfekte Symbiose ein.

20 Uhr: Claudia Campagnol (Dänemark)

Sie wurde in Budapest geboren, singt auf Englisch und hat in Skandinavien eine neue Heimat gefunden: Claudia Campagnol ist in ihrer Wahlheimat Dänemark eine Größe des Jazz – mal flott rhythmisch, mal herzerweichend wie in ihrer Ballade Abracadabra, die sie für die dänische Vorauswahl zum Eurovision Song Contest 2021 schrieb.

Sonntag, 27. Juni 2021

Nordic Songs:

17 Uhr: Teitur (Färöer)

Die Färöer Inseln nördlich von Schottland haben eine Stimme in der Musikwelt: Teitur. Wie alle Insulaner versteht er sich als Nachfahre der Wikinger fern vom Mutterland Dänemark. Über suggestiven Klavierakkorden, zu Gitarrenbegleitung und anderen Sounds erzählt Teitur Lassen seine traumhaft schönen Balladen. Der Vergleich mit Sting liegt nahe. Für seine drei Alben gewann er den dänischen Grammy.