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Prachtvolles Bild von der Empore: Das voll besetzte Mittelschiff der Basilika Maria Laach lauscht ergriffen den Coronation Anthems von Händel im Goldglanz der Apsis (Foto: Herbert Piel)

RheinVokal-Finale

Ein wahrhaft königliches Festivalfinale in Maria Laach: Die Cappella Lacensis und der RheinVokal-Projektchor sangen Händels Coronation Anthems und Zelenkas Te Deum unter Br. Jonas Hilger OSB.

Krönungsmusik

Prachtvoller hätte man das Festival RheinVokal 2022 nicht beschließen können: Am Sonntag vor Mariä Himmelfahrt erklangen in der Abteikirche Maria Laach die vier „Coronation Anthems“ von Händel, komponiert 1727 zur Krönung von King George II in Westminster Abbey – ein Maximum an barocker Prachtentfaltung in Chor und Orchester. Dafür wurde die exquisite Cappella Laccensis um den RheinVokal-Projektchor erweitert. Br. Jonas Hilger OSB leitete souverän anstelle seines Corona-infizierten Mitbruders P. Philipp Meyer. Feierlich erhebend wirkte schon das berühmte Orchestervorspiel zu „Zadok the priest“, kraftvoll der Einsatz von Chor und Trompeten. „God save the King! Long live the King!“ sang der Chor danach voller Inbrunst. Lyrisch schön gelang das Anthem „Let thy hand be strengthened“ und besonders reich in den Klangbildern „My heart is inditing“. Dass Händel und sein Chor bei der ersten Aufführung von „The King shall rejoice“ in Unordnung gerieten, kann man verstehen. Auch in der Akustik von Maria Laach war dieses Anthem kein leichtes Unterfangen, doch das abschließende Halleluja riss Chorsänger wie Zuhörer mit.

Als katholisches Gegenstück aus dem Dresden des Barock folgte das Te Deum des Böhmen Jan Dismas Zelenka - eine halbe Stunde prachtvollster Dresdner Orchestermusik mit eingebautem Doppelchor und ganz besonderen Vokalsoli für die Kastraten der Dresdner Hofoper. Im Orchester der Capella Confluentes sorgten die vier Barocktrompeter für wahrhaft königlichen Glanz. Das metallische Leuchten in Zelenkas Doppelchören war womöglich noch strahlender als in Händels Krönungschören, und die beiden Fugen setzten der Kunst des böhmischen „Doppelkontrapunktisten“ die Krone auf. Ähnlich eindrucksvoll die Soli: Die bewegende a-Moll-Arie mit zwei Traversflöten sang Larissa Botos mit meisterlichem Sostenuto im satten Altregister. Die gleichen Orchesterfarben aus hohen Traversflöten und Streichern bereicherten das wundervolle Terzett, das Zelenka den Dresdner Kastraten Bindi, Rocchetti und Pozzi auf den Leib geschrieben hat. Die Soprane Julie Grutzka und Dina Levit mischten sich hier perfekt mit dem Alt von Larissa Botos und glänzten davor im Koloraturenduett „Tu Rex Gloriae“. Begeisterter Applaus und eine Zugabe nach diesem überraschenden, bilderreichen, mitreißenden Zelenka.

Sonntag, 14.8.2022, 19 Uhr – Vulkanregion Laacher See / Abteikirche Maria Laach

Cappella Laccensis | RheinVokal-Projektchor | Solistinnen und Solisten: Julie Grutzka und Dina Levit, Sopran | Larissa Botos, Alt | Jonas Boy, Tenor | Florian Küppers, Bass | Barockorchester Cappella Confluentes | Br. Jonas Hilger OSB, Leitung

Georg Friedrich Händel: Vier Coronation Anthems, HWV 258-261
Jan Dismas Zelenka: Te Deum D-Dur, ZWV 146