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Larissa Cidlinsky, Violinstipendiatin der Villa Musica und in Mozarts C-Dur-Quintett in einen innigen Dialog mit Roland Glassls Bratsche verstrickt.

Roland Glassl

Mozart und Beethoven in C-Dur: Meisterbratschist Roland Glassl und junge Streichervirtuosen der Villa Musica spielten am vergangenen Wochenende in Engers, Mainz und Bacharach Streichquintette der Wiener Klassik.

Mozart und Beethoven in C-Dur

"Eines der schönsten Konzerte, die wir je in der Villa Musica hatten." So meinte am Samstagabend ganz beseelt eine Zuhörerin nach Mozarts grandiosem C-Dur-Quintett KV 515. "Und die Beethoven-Sinfonie als Streichquintett - viel schöner als das Original!" Roland Glassl, der Meisterbratschist aus Ingolstadt und Münchner Professor, spielte mit der Stipendiatin Larissa Cidlinsky und drei Stipendiatenkollegen an Geige, Bratsche und Cello eine Quintettbearbeitung des Opus 21 aus Beethovens Zeit - mindestens so mitreißend wie jede Fassung für Orchester. "An den Noten haben wir ziemlich arbeiten müssen: Viele Fehler und sogar unterschlagene Takte. Aber jetzt haben wir eine gute Lösung gefunden." Das kann man wohl sagen: Diese Erste hatte es in sich, was den Sturm und Drang der Ecksätze anbelangt. Der Septakkord am berühmten Anfang saß ebenso passgenau wie die langsame Einleitung zum Finale. Am schönsten vielleicht die scherzhafte Fuge des Andantes in ihrem Haydnesken Dreiachtel-Trott. Eigentlich hätte Beethoven diesen Satz auch als Kammermusik schreiben könnnen. Akihiro Takeda war der erfahrene Konzertmeister in diesem meisterlichen Beethoven. Danach Mozarts erhabenes C-Dur-Quintett: Erstaunlich, wie viel mehr an gewagter Chromatik, an kontrapunktischer Kunst, an enharmonischer Verwechslung und weiträumiger Formdisposition Mozart in dieses Quintett hineinlegte als der junge Beethoven in seine Sinfonie. Roland Glassl und der junge Gordon Lau an der zweiten Bratsche steuerten das Geschehen aus der Mitte. Larissa Cidlinsky und der Cellist Oliver Léonard lieferten sich zu Beginn einen dramatischen Schlagabtausch im berühmten Hauptthema. Akihiro Takedas zweite Violine verschmolz mit der ersten zu wunderbaren Terzen im Seitenthema und im Menuett. Der eigentliche Högepunkt der Aufführung: der wahrhaft beseelte Dialog zwischen Roland Glassl und Larissa Cidlinsky im Andante - wahrhaft eine Sinfonia concertante und zugleich ein tief inniges Duett, wie zwischen Primadonan und "primo uomo" in der Opera seria. 

Mozart: Streichquintett C-Dur, KV 515

Beethoven: Sinfonie Nr. 1 C-Dur, op. 21 (Bearbeitung für Streichquintett)

Roland Glassl, Viola

Stipendiaten und Stipendiatin der Villa Musica

Larissa Cidlinsky, Violine

Akihiro Takeda, Violine

Gordon Lau, Viola

Olvier Léonard, Violoncello