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Schloss Engers, barocke Perle am Rhein, seit 1995 Akademie für Kammermusik der Villa Musica, in Zukunft auch Zentrum für die Laienmusik im Land.

Musikzentrum Schloss Engers

Kulturministerin Katharina Binz stellte bei einer Pressekonferenz mit Vertretern der beteiligten Institutionen das Zukunftskonzept für Schloss Engers vor. Hier der Text der Pressemitteilung des Ministeriums für Familie, Frauen, Kultur und Integration.

Kulturministerin Katharina Binz: „Schloss Engers wird musikalisches Zentrum“

Im Rahmen einer Pressekonferenz haben Kulturministerin Katharina Binz, Prof. Dr. Jürgen Hardeck, Kulturstaatssekretär und Vorstandsvorsitzender der Landesstiftung Villa Musica, Prof. Alexander Hülshoff, Vorsitzender des Direktoriums der Stiftung Villa Musica, Achim Hallerbach, Landrat des Kreises Neuwied und Präsident des Landesmusikverbands, Jan Einig, Oberbürgermeister der Stadt Neuwied, sowie Peter Stieber, Präsident des Landesmusikrats und der Landesmusikakademie über die Planungen zur künftigen Nutzung von Schloss Engers informiert.

„Es bietet sich im Schloss Engers die Möglichkeit, ein breit aufgestelltes musikalisches Zentrum zu schaffen. Die Landesmusikakademie findet in den Räumlichkeiten des Schlosses das Entwicklungspotenzial, das sie dringend benötigt. Ich danke allen Beteiligten, dass schnell eine gute Lösung zur Nutzung des Schlosses gefunden wurde, die kulturpolitisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. Für anstehende Sanierungsmaßnahmen stellt das Land in diesem Jahr 266.000 Euro zur Verfügung, in den kommenden drei Jahren stellt das Land insgesamt weitere 1,2 Mio. Euro bereit. Auch der Bund beteiligt sich mit Mitteln in Höhe von 1,5 Mio. Euro aus dem Förderprogramm ‚Investitionen in nationale Kultureinrichtungen‘ (INK). Die Vergrößerung und Weiterentwicklung der Landesmusikakademie setzt einen starken kulturpolitischen Impuls. Damit wollen wir neben der Förderung von hochbegabten jungen Musikerinnen und Musikern ganz besonders auch den musikalischen Nachwuchs und die Amateurmusik im Land stärken“, sagte Kulturministerin Katharina Binz.

Aktuell kann die Landesmusikakademie zahlreiche Anfragen von Chören, Orchestern und Kooperationspartnern im Bereich der kulturellen Bildung nicht umsetzen, weil nicht ausreichend Proberäume und Übernachtungskapazitäten zur Verfügung stehen. Deshalb soll nun die Chance zur Weiterentwicklung der Landesmusikakademie ergriffen und diese zukunftsfähig neu aufgestellt werden.

Hinzu kommen konkrete Maßnahmen zur Stabilisierung der musikalischen Nachwuchsbildung und der Amateurmusik im Land in Anlehnung an das „Zukunftskonzept Amateurmusik“ des Landesmusikrats. Einen wichtigen Beitrag dazu sollen die Chorverbände, der Landesmusikverband und weitere Musikverbände leisten, die prüfen werden, ihre Geschäftsstellen teilweise ins Schloss Engers zu verlegen, um hier gemeinsam mit der Landesmusikakademie neue Lehrgänge und Weiterbildungsangebote zu etablieren. Die Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz stellt hier als wichtige Anlaufstelle des Landes ein Leuchtturmprojekt für die heutigen und zukünftigen Amateur- und Profimusikerinnen und -musiker dar.

„Die Arbeit der Villa Musica geht unverändert weiter. Der Dianasaal im Schloss wird weiterhin der Konzertort der Villa Musica bleiben. Auch Trauungen werden wie bisher dort stattfinden können. Das Schloss wird mit dem vorliegenden Konzept einer Nutzung zugeführt, die der Strahlkraft dieser beeindruckenden Liegenschaft gerecht wird. Durch diese Veränderungen entsteht ein zusätzlicher Zuschussbedarf, an dem sich das Land Rheinland-Pfalz maßgeblich beteiligen wird“, sagte Jürgen Hardeck in seinen Funktionen als Kulturstaatssekretär und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Villa Musica.

Die Stiftung Villa Musica bleibt Eigentümerin von Schloss Engers. Auch Prof. Alexander Hülshoff, Vorsitzender des Direktoriums der Stiftung Villa Musica, begrüßte das Vorhaben: „Das Direktorium der Villa Musica begrüßt die Entwicklung, weil Schloss Engers auf diese Weise eine neue, zentrale Rolle in der breiten Musikförderung der Verbände und der Landesmusikakademie übernehmen kann und die Villa Musica gleichzeitig ihren Rang als Leuchtturm der musikalischen Exzellenzförderung im Land behält, mit dem Dianasaal als einmaliger Spielstätte.“

Die Verpflegung der Akademiegäste findet ab Oktober 2022 im Heinrich-Haus statt. Damit kann im Untergeschoss des Schlosses weiterhin ein Restaurant betrieben und auch die Schlossterrasse bewirtschaftet werden. Hierfür wird ein neuer Pächter gesucht. Der Hotel- und Eventbetrieb wird beendet.

Um die Erweiterung der Landesmusikakademie auch im Beherbergungsbereich zu realisieren, soll die Landesmusikakademie das Gästehaus „Residenz Schloss Engers“ von der insolventen GmbH übernehmen. Der zukünftige Gastronomiebetrieb sowie die Bewirtschaftung der Gästezimmer könnten Möglichkeiten bieten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schloss Engers Betriebs-GmbH weiter hier zu beschäftigen.

„Der Umzug ins Schloss eröffnet der Landesmusikakademie die Möglichkeit, ihren Nutzern deutlich bessere Arbeitsbedingungen zu bieten, den dringend benötigten zusätzlichen Raumbedarf abzudecken und kräftige Impulse für die Nachwuchsförderung und die Amateurmusikszene zu setzen“, bewertete Peter Stieber, Präsident des Landesmusikrats und der Landesmusikakademie, die zukünftige Nutzung von Schloss Engers.

„Aus Sicht des Landkreises Neuwied begrüßen wir das neue Konzept für Schloss Engers ausdrücklich. Ein Musikzentrum mit einer starken Landesmusikakademie sorgt für eine Stärkung des Standorts und kann ein Leuchtturmprojekt mit großer Strahlkraft werden. So wird für Engers und die Region eine starke wirtschaftliche Säule geschaffen, weitere Arbeitsplätze können installiert werden, zusätzliches kulturelles Leben wird etabliert. Im Norden des Landes wird der Standort Engers als DAS ZENTRUM für die Musik in Rheinland-Pfalz gestärkt und weiterentwickelt“, unterstrich Landrat Achim Hallerbach.

„Ich freue mich, dass eine Lösung gefunden wurde, die der Landesmusikakademie nunmehr weitere Entfaltungsmöglichkeiten und auch der Villa Musica weiterhin einen Ort Ihrer Arbeit gibt. Für Neuwied hat der Standort eine große kulturelle Bedeutung, die mit dieser Entscheidung auch weiterhin gestärkt ist“, erklärte Jan Einig, Oberbürgermeister der Stadt Neuwied.