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Gut gelaunter Berliner und Geigenprofessor in Hannover: Oliver Wille, eine der größten Autoritäten in Sachen Streichquartett und Dozent bei Villa Musica.

Streichquartett-Labor Villa Musica

Junge Streichquartette spielen Haydn, Mozart und Beethoven, Webern und Schostakowitsch. Das zweite Streichquartett-Labor der Saison wird von Oliver Wille betreut.

Oliver Wille und elf junge Quartettisten

Mit ihm zu arbeiten, ist eine pure Freude: Oliver Wille steckt voller positiver Energie, wenn es um das schwierige Metier des Streichquartetts geht. Dies beweist er im Streichquartett-Labor der Villa Musica nicht nur als Dozent dieser Woche, sondern auch als Geiger: Mit drei Stipendiat*Innen formt er ein Quartett, wobei er dezent an der zweiten Geige bleibt. Hier die drei Formationen und ihre Programme für Kleinniedesheim bei Worms, Schifferstadt und Zweibrückeen.

Kleinniedesheim: Wiener Klassik

Auch Dissonanzen können wunderschön sein. Das weiß Jeder, der schon einmal Mozarts „Dissonanzenquartett“ gehört hat: Auf die gefürchtete langsame Einleitung mit ihren chromatischen Modulationen folgt eines der hellsten und schönsten Streichquartette Mozarts, das zwischen C-Dur und c-Moll die Mitte hält. Seine süßen Dissonanzen inspirierten auch den jungen Beethoven, als er sein c-Moll-Streichtrio komponiertee. Noch Anton Webern schrieb die Wiener Tradition der schönen Dissonanz im Streichquartett weiter. Aus diesem Stoff baut Oliver Wille sein Quartett-Programm im schönen Schloss Kleinniedesheim bei Worms. Den Vorsitz an der ersten Geige überlässt er der Villa Musica-Stipendiatin Charlotte Woronkow. Paula Mengel kommt als Bratschistin hinzu, Michael Schorr als Cellist. Dieses neu geformte Quartett hat knappe fünf Tage, um sein Wiener-Klassik-Programm einzustudieren - eine Herausforderung.

Zweibrücken: Haydn und Schostakowitsch

Dramatische Molltöne bestimmen das Programm des jungen Streichquartetts, das von der Barenboim Said Akademie in Berlin nach Zweibrücken kommt: Haydns d-Moll-Quartett aus Opus 76 wurde als „Quintenquartett“ weltberühmt und schlägt herbe Molltöne an, die sich im Lauf des Werkes in freundliches Dur verwandeln. Dmitri Schostakowitsch widmete sein berühmtes Achtes Quartett in c-Moll dem Gedenken an die Opfer des Faschismus in ganz Europa. Herzzerreißende Klänge bestimmen dieses bewegende Quartett, zu dem die vier Gäste aus Berlin noch den langsamen Satz von Anton Webern hinzufügen. Die Alexanderskirche in Zweibrücken ist der passende Raum für dieses typische November-Programm. Es ist zugleich das jährliche Benefizkonzert der Stadt Zweibrücken und des Lions Clubs in Kooperation mit Villa Musica.

Freitag, 19.11., 20 Uhr – Schloss Kleinniedesheim 

Villa-Musica-Quartett: Charlotte Woronkow, Oliver Wille, Paula Mengel und Michael Schorr

Beethoven: Streichtrio c-Moll, op. 9 Nr. 3 | Mozart: „Dissonanzenquartett“ C-Dur, KV 465

Malion Quartett (Frankfurt): Alexander Jussow, Jelena Galic, Lilya Tymchyshyn, Bettina Kessler

Beethoven: „Rasumowsky-Quartett“ F-Dur, op. 59,1

Sonntag, 21.11., 18 Uhr – Alexanderskirche Zweibrücken

Streichquartett der Barenboim Said Akademie (Berlin)

Haydn: „Quintenquartett“ d-Moll, op. 76,2 | Webern: Langsamer Satz | Schostakowitsch: Quartett Nr. 8 c-Moll, op. 110