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Volle Konzentration auf Schubert in der Mainzer Steinhalle: das Trio Marvin mit Marina Graumann an der Violine, Dasol Kim am Bösendorfer Flügel und Marius Urba am Cello (Foto: Herbert Piel).

 

Tag der Musik in Mainz

Wunderschönes Wetter, ein dankbares Publikum und sieben Stunden Kammermusik mit Spitzenkönnern aus Berlin – das war der Tag der Musik 2021 im Landesmuseum Mainz.

Ein ganzer Tag voller Kammermusik

Pünktlich um 11 Uhr eröffnete Kulturstaatssekretär Prof. Dr. Jürgen Hardeck im Mainzer Landesmuseum das große Kammermusikfest der Villa Musica. Zum vierten Mal luden die rheinland-pfälzische Landesstiftung und die GDKE zum Tag der Musik ein: Kammermusik non stop von 11 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt, in der Steinhalle wie draußen auf dem sonnigen Innenhof, mit drei G-Kontrolle am Einlass, Abstand in der Steinhalle, mit Hygienemaßnahmen und Mund-Nase-Schutz. Insgesamt konnten mehr als 600 Besucherinnen und Besucher im Museum Einlass finden – eine stolze Zahl für Pandemie-Zeiten.

Das Programm bestritten in diesem Jahr junge Spitzenensembles aus Berlin - im Rahmen des Projekts „Ins Offene …!“ in Kooperation mit der Produktionsfirma RCCR Projects und dem Konzerthaus Blaibach. Die jungen Musikerinnen und Musiker aus der Bundeshauptstadt studieren an den ersten Adressen der musikalischen Nachwuchsförderung wie der Barenboim-Said Akademie, der Karajan Akademie der Berliner Philharmoniker oder der Russisch-Deutschen MusikAkademie.

Gleich zur Eröffung spielte das Pacific Quintet klangstark und mitreißend Ligetis Bagatellen und die Bilder einer Ausstellung in einer Fassung für Bläserquintett. Schon um 11 Uhr war der Hof gut gefüllt, sehr zur Freude von Museumsdirektorin Dr. Birgit Heide. Ihre Mitarbeiterinnen und MItarbeiter und das Team der Villa Musica sorgten für das Wohl des Publikums und der 20 jungen Interpret(inn)en. 

Wegen der Abstandsregeln konnte die Steinhalle nicht bedingungslos mit Publikum gefüllt werden wie in früheren Jahren. Alle, die einen Platz ergattern konnten, waren restlos hingerissen vom Streichquartett der Barenboim-Said Akademie. Nach Mendelssohns tragisch-stürmischem f-Moll-Quartett gab es etliche Bravos.

Buchstäblich non stop ging es draußen weiter mit der früheren Villa Musica-Stipendiatin Christa Maria-Stangorra im Streichtrio der Karajan-Akademie. Die drei famosen Streicherinnen spielten Bachs Goldberg-Variationen in der Sitkovetsky-Fassung - ganz im Glenn-Gould-Stil meditativ, feierlich, durchgeistigt. 

Die Russisch-Deutsche MusikAkademie schlug um 14 Uhr eine Brücke von Bonn (Beethovens 1. Violinromanze) nach Moskau (Tschaikowskys Jahreszeiten in Klavierquintett-Fassung) und St. Petersburg (Schostakowitsch 1. Klaviertrio). Nikolaus Rexroth lenkte vom Flügel aus seine jungen Streicherkollegen durch eine stimmungsvolle Musikstunde. Die junge Schauspielerin Isabelle Vogt steuerte Gedichte von Anna Achmatowa bei. 

Wiederholungen des Bläser- und das Bach-Programms flankierten den Auftritt des Trio Marvin in der Steinhalle. Schuberts Es-Dur-Trio war für Viele der Höhepunkt des Tages - meisterlich gespielt vom früheren Villa Musica-Stipendiaten Marius Urba am Cello und seinen Kollegen, wobei der Bösendorfer-Flügel seinen weichen Wiener Klang voll entfalten konnte. Dankbar und erfüllt von wunderschöner Musik gingen die Kammermusik-Fans gegen 18 Uhr nachhause. Die meisten hatten stundenlang ausgeharrt und fast alle Konzerte gehört - die schönste Anerkennung auf die Kunst der jungen Meisterinterpreten.