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In Salzburg zuhause, aber international besetzt: das Adelphi Quartett. Maxime Michaluk aus Belgien (Violine I), Esther Agustí aus Spanien (Violine II), Marko Milenkovic aus Serbien (Viola) und Nepomuk Braun aus Deutschland (Violoncello). Stipendiaten-Ensemble der Villa Musica.

Junge Streichquartette bei Villa Musica

Villa Musica fördert junge Streichquartette aus Deutschland, Frankreich und Österreich. Das Adelphi Quartett hat seine Feuerprobe in Beethovens Großer Fuge glänzend bestanden – letzte Woche in Koblenz-Ehrenbreitstein und Remagen-Rolandseck.

Schubert mit Valentin Erben

Schon Valentin Erben, der legendäre Cellist des Wiener Alban Berg Quartetts, war im Juli ganz begeistert vom jungen Adelphi Quartett aus Salzburg. Die Ernsthaftigkeit im Proben, die alle vier jungen Musiker an den Tag legen, ihre hohe Klangkultur und ihre Intensität hatten den Nestor der Wiener Quartettkultur spontan überzeugt. Souverän spielten seine jungen Kollegen mit ihm Schuberts großes C-Dur-Quintett – gleich zwei Mal hintereinander in der Römerhalle Bad Kreuznach, zur großen Begeisterung des doppelten Publikums.

Halffter und Beethoven in Rolandseck

Die gleiche Spannung lag am vergangenen Sonntag über den Aufführungen im Arp Museum Bahnhof Rolandseck. Zuerst erkundeten die vier Studenten vom Salzburger Mozarteum die Klangwelten des Spaniers Ernesto Halffter: eine hierzulande völlig unbekannte Musik aus der jungen Generation Spaniens in den Zwanziger Jahren, impressionistisch flirrend, voll sommerlicher Atmosphäre. Jeden Ton im Opus 23 des achtzehnjährigen Halffter nahmen die Vier aus Belgien, Spanien, Serbien und Deutschland ernst und stellten so einen Zyklus fein abschattierter Klanggemälde zwischen die Museumswände des Richard-Meier-Baus.

Die große Herausforderung der Großen Fuge das Adelphi Quartett ebenfalls gemeistert. Zahlreiche Bravos waren der Lohn in Rolandseck, nachdem das Quartett schon am Mittwoch Nachmittag auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz Beethovens Opus 133 in einen Rahmen aus Schostakowitsch (9. Quartett) und Haydn (Es-Dur aus Opus 64) gestellt hatte. Damit gaben sie ihre Visitenkarte ab für weitere wunderbare Projekte im Streichquartett-Labor der Villa Musica – in der kommenden Saison 2020/21.

Biographie

Das Adelphi-Quartett wurde 2017 von vier jungen MusikerInnen an der Musikuniversität Mozarteum in Salzburg gegründet. Im Studium bei prominenten Professoren wie Igor Ozim, Thomas Riebl oder Clemens Hagen holten sich die Vier ihre Brillanz: der Geiger Maxime Michaluk aus Belgien, die spanische Geigerin Esther Agustí, Bratschist Marko Milenkovic aus Serbien und der deutsche Cellist Nepomuk Braun. Bereits 2018 wurde das Quartett in die renommierte Kammermusikklasse von Rainer Schmidt (Hagen Quartett) aufgenommen. Wichtige Unterstützung erhielt es außerdem von den Koryphäen Eberhard Feltz, Gilles Millet und Valentin Erben. Konzertreisen führten das junge Ensemble bereits nach Großbritannien, Frankreich, Österreich, Deutschland, Kanada und in die Schweiz. Seit 2019 gehört es zur Ensembleförderung der Villa Musica Rheinland-Pfalz. Beim Heidelberger Frühling 2020 wurde das Quartett mit dem 1. Preis der Steels-Wilsing-Stiftung ausgezeichnet. Bei Villa Musica trafen die Vier im Juli auf ihren Wiener Mentor Valentin Erben, den langjährigen Cellisten des Alban Berg-Quartetts, und auf den spanischen Komponisten und Pianisten Pedro Halffter.