News

Junge Geigerin mit Quartett-Profil: Carla Marrero Martínez, Primaria im Valor Quartett (Weimar) und Stipendiatin der Villa Musica.

Streichquartett-Labor Villa Musica

Große Quartettkunst in der Villa Musica Mainz und in Schloss Engers: Junge Quartettist(inn)en spielten Beethoven, Schubert, Dvořák und Tschaikowsky. Einstudierung und Viola: Gregor Sigl vom Artemis Quartett.

Der Tod und das Mädchen mit Gregor Sigl

Als Bratschist im Artemis Quartett hat Gregor Sigl Schuberts d-Moll-Quartett schön häufig aufgeführt - auf vielen Konzertpodien und Festivalbühnen der Welt. Am Samstag, 9.10. kam er in die Villa Musica Mainz, um es mit drei Stipendiatinnen der Villa Musica aufzuführen. Die Besetzung war exzellent: Als Primaria fungierte die Tübinger Geigerin Annika Starc, Meisterschülerin von Kolia Blacher und Salvatore Accardo. An der zweiten Violine ergänzte die Garlitsky-Studentin Albina Khaibulina aus Kasachstan ideal. Am Cello gab die amerikanisch-polnische Bohorquez-Studentin Susanne Szambelan das sonore Fundament und die weichen Kantilenen. Es war eine packende Aufführung, die zeigte, dass Streichquartett nicht nur begeistern kann, wenn es von stehenden Ensembles mit jahrelanger Erfahrung gespielt wird. Das Mainzer Publikum dankte mit kräftigem Applaus und Bravos.

Rasumowsky und Tschaikowsky

Nach der Pause des Mainzer Konzerts spielte das Valor-Quartett aus Weimar Beethovens majestätisches F-Dur-Quartett Opus 59 Nr. 1 - eine hohe Messlatte für ein so jungen Ensembles. Doch Primaria Carla Marrero Martínez hat ihr Quartett fest im Griff. Die junge Spanierin zählte schon in ihrer Zeit als Villa Musica-Stipendiatin zu den Besten auf ihrem Instrument. In Ton wie Temperament ist sie für das Streichquartett wie geschaffen und hat drei jugendlich erfahrene Mitstreiter gefunden: den ungarischen Geiger Janós Mátyás Stark und die jungen Deutschen Maurice Appelt und Benjamin Pas an Bratsche und Cello. Alle Vier studieren an der Musikhochschule Weimar und wurden auf ihre ersten Villa Musica-Auftritte von Gregor Sigl intensiv vorbereitet. In Beethovens großem F-Dur-Quartett gelang ihnen ein schon beachtlicher Spannungsbogen – vom weitgespannten pastoralen Allegro über das bizarre Scherzo bis zur rührenden Adagio-Elegie. Im russischen Finale ließen die Vier dem Temperament freien Lauf. Beim Tag der Quartette am 10.10. in Schloss Engers wiederholten sie ihren Beethoven im Dianasaal und gaben Tschaikowskys erstes Streichquartett hinu - das Opus 11 mit dem berühmten Andante cantabile. Musik zum Träumen an einem traumhaft schönen Nachmittag.

Matinee mit Mendelssohn und Dvořák

Schon um 11 Uhr morgens war der Sonntag der Quartette im Dianasaal ein wahrhaft goldener Oktobertag: Zu den Strahlen der Morgensonne über dem Rhein spielte das Kukal Quartett aus Prag Dvořák und Mendelsohn. Zuhause zählt es schon zu den renommierten jungen Streichquartetten. Angeführt von der Primaria Eliška Kukalová, schwelgten die Gäste in Engers im „Amerikanischen Quartett“ ihres Nationalheros Antonín Dvořák. Den berückend schönen Naturklängen dieses Meisterwerks von 1893 stellten sie die innigen Gesänge und dramatischen Klangballungen des jungen Mendelssohn im a-Moll-Quartett von 1827 gegenüber - ein ganzes Jahrhundert Streichquartett-Geschichte, zusammengefasst an einem einzigen Tag in Schloss Engers. Übrigens wurde dieses erste Streichquartett-Labor der Saison von den FREUNDEN DER VILLA MUSICA unterstützt, die das Dozentenhonorar von Gregor Sigl tragen.

Samstag, 9.10., 19 Uhr – Villa Musica Mainz: Valor Quartett Weimar: Beethoven, Opus 59,1 - Gregor Sigl mit drei Stipendiatinnen der Villa Musica (Annika Starc, Albina Khaibullina, Susanne Szambelan: Schubert: Quartett d-Moll, D 803 Der Tod und das Mädchen)

Sonntag, 10.10.2021, 11 Uhr – Schloss Engers: Kukal Quartett (Prag): Eliška Kukalová, Violine I | Klára Lešková, Violine II | Šimon Truszka, Viola | Vilém Vlček, Violoncello

Beethoven: Quartett F-Dur, op. 18,1 – Schubert: Quartettsatz c-Moll, D 703 – Dvořák: „Amerikanisches Streichquartett“ F-Dur, op. 96

Sonntag, 10.10.2021, 17 Uhr – Schloss Engers: Valor Quartett (Weimar): Carla Marrero Martínez, Violine | Janós Mátyás Stark, Violine | Maurice Appelt, Viola | Benjamin Pas, Violoncello

Beethoven: „Rasumowsky-Quartett“ F-Dur, op. 59,1 – Tschaikowsky: Quartett Nr. 1, op. 11