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Shira Majoni, Bratschistin aus Israel, Stipendiatin und bald Villa Musica Stern 2021 (Foto: Meirav Kadischevsky).

Villa Musica Stern 2021

Sie ziert unser Saisonprogramm und wird demnächst mit dem Villa Musica-Stern 2021 ausgezeichnet: Bratschistin Shira Majoni aus Israel, in Italien aufgewachsen, eine Kammermusikerin mit Charme und großer Ausdruckskraft.

Mozart Divertimento

Es war ein unvergesslicher Moment in der Geschichte der Mainzer Villa Musica: Am 6. Juni letzten Jahres spielte Alexander Hülshoff mit zwei Stipendiatinnen Mozarts grandioses Divertimento für Streichtrio KV 563 als erstes Konzert nach dem Frühjahrs-Lockdown. Bei schönstem Wetter und offenen Fenstern lauschten zweimal 25 Zuhörerinnen und Zuhörer gebannt und beglückt darüber, endlich wieder Musik live hören zu können. Wie hätte man diesen Moment schöner feiern können als mit Mozarts Es-Dur-Trio? Alexander Hülshoff kennt jeden Takt in diesem längsten Mozartschen Kammermusikwerk auswendig. Souverän lenkte er seine beiden Mitspielerinnen durch sechs Sätze und 45 Minuten schönsten Mozarts. Nicht zufällig waren es die Villa Musica-Sterne 2020 und 2021: Die Pariser Geigerin Charlotte Chahuneau spielte auf ihrer wunderbaren Rogeri-Violine, einer Leihgabe von Helga Dyckerhoff. Die israelisch-italienische Bratschistin Shira Majoni glänzte auf ihrer ebenso klangvollen Cox-Bratsche (siehe unten ihre Biographie). Was die beiden jungen Musikerinnen in den Oberstimmen an rührendem Cantabile und rührigem Passagenwerk entfalteten, wurde von Hülshoff mit dem satten Celloton seines Grancino wunderbar grundiert - ein klassischer Villa Musica-Moment, dankbar aufgenommen von 50 Zuhörerinnen und Zuhörern.

Der Glücksmoment wiederholte sich noch zwei Mal zu Beginn der neuen Saison: in Dannenfels und beim Tag der Musik im Arp Museum Bahnhof Rolandseck. Nun saß Boris Garlitsky am Violinpult und lieferte sich mit Shira Majoni einen Mozartschen Schlagabtausch über Hülshoffs Cellotönen. Mit diesen drei Konzerten hat Shira Majoni eine Visitenkarte abgegeben, die ihre Auszeichnung als Villa Musica Stern 2021 ebenso rechtfertigt wie viele frühere Auftritte bei unserer Stiftung. Mehr wird dazu zu sagen sein, wenn sie Ende Februar mit dem Stern ausgezeichnet wird – ob live in Bingen oder online, steht noch in den Sternen.

Shira Majoni, Viola, geboren 1989, wuchs in Italien und Israel auf. Sie erhielt ihren ersten Violaunterricht am Jerusalem Music Centre. Ihren Bachelor schloss sie bei Chaim Taub an der Buchman-Mehta School in Tel Aviv ab, ihren Master machte sie bei Kim Kashkashian am New England Conservatory. Derzeit befindet sie sich im Diplom-Studiengang an der Barenboim-Said Akademie in Berlin bei Yulia Deyneka. Weitere künstlerische Impulse erhielt sie von Pamela Frank, Ralph Kirshbaum, Wolfram Christ, Gary Hoffman und Rainer Honeck. Sie gewann 2013 den Top Prize für Viola und den Special Prize for Best Peformance of an Israeli Composition beim Aviv Wettbewerb in Israel. Sie war Stipendiatin der America-Israel Cultural Foundation, der Barenboim Said Stiftung und des New England Conservatory. Seit 2016 ist sie Stipendiatin der Villa Musica Rheinland-Pfalz. Orchestererfahrung sammelte sie u.a. im West Eastern  Divan Orchestra, dem Ensemble  Wind of Change und als Mitglied des Streichquartetts der Israel Defense Forces. Ihre Konzerte führten sie durch Israel und die USA, zum Jerusalem Chamber Music Festival, Ravinia Festival, Caramoor Rising Stars und Open Chamber Music. Sie spielt auf einer Viola von Douglas C. Cox, die ihr vom Ravinia Festival’s Steans Music Institute zur Verfügung gestellt wird.