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Vivaldi im Advent: in diesem Jahr live vor Publikum im Dianasaal von Schloss Engers, letztes Jahr als Lockdown-Videos, aufgezeichnet im Arp Museum Bahnhof Rolandseck (Foto: Barbara Harnischfeger).

Vivaldi im Advent

Vivaldi im Advent ist eine Erfolgsgeschichte. Fantastische Konzerte von Vivaldi mit jungen Virtuos(inn)en unserer Stiftung und Barock-Geigerin Lina Tur Bonet. Hier die Video-Produktionen vom letzten Jahr.

Vivaldi bei Villa Musica – eine Erfolgsgeschichte

Seit 2013 heißt es bei Villa Musica alljährlich im Dezember „Vivaldi im Advent“. Seitdem füllen sich Jahr für Jahr die Konzerträume der Villa Musica mit begeistertem Publikum: Die Steinhalle des Mainzer Landesmuseums, der Dianasaal von Schloss Engers und das Arp Museum Bahnhof Rolandseck sind es in diesem Jahr. Im Lockdown-Advent 2020 wurden im Bahnhof Rolandseck die Vivaldi-Konzerte aufgezeichnet – mit Lina Tur-Bonet als Konzertmeisterin und Einführungen von Prof. Alexander Hülshoff.

Violinkonzert G-Dur, op. 9 Nr. 10

Vivaldi im galanten Stil: Im G-Dur-Konzert aus Opus 9 sind die Themen der Streicher so beschwingt wie Arien aus Vivaldis späten Opern. Unser Stipendiat Stefan Zientek stürzt sich kaltblütig in die wilden Arpeggios und Bariolagen des Soloparts. Eine besondere Perle ist der langsame Mittelsatz: Ganz ohne Basso continuo, nur getragen vom Pizzicato der Geigen, spinnt Stefan Zientek seine Kantilenen aus. Die Verzierungen, die er zu Vivaldis Melodie erfunden hat, sind meisterlich. Er spielt eine Meistergeige von Vincenzo Panormo, gebaut 1760 in Neapel – eine Leihgabe der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur.

https://www.youtube.com/watch?v=bBCfceGdanU

Violinkonzert a-Moll, op. 9 Nr. 5

Eines der schönsten Violinkonzerte aus Vivaldis Opus 9 „La Cetra“ von 1727, gewidmet Kaiser Karl VI. in Wien. Es war auch ein Lieblingskonzert des Dresdner Konzertmeisters Pisendel. Unser Stipendiat Nikita Geller brilliert solistisch auf einer Violine des Venezianers Santo Serafin von 1751 aus der Landessammlung Rheinland-Pfalz. Die vier Sätze gehen nahtlos ineinander über, die Atmosphäre ist winterlich melancholisch. In den schnellen Sätzen darf Nikita Geller in virtuosen Passagen und Arpeggios glänzen.

https://www.youtube.com/watch?v=EFMhtvcj2D0

Concerto da camera F-Dur Tempesta di mare, RV 98

Vivaldis Flötenkonzert Opus 10 Nr. 1 in der Urfassung als Concerto für Flöte, Oboe, Solo-Violine und Ripieno. Das Largo ist der einzige Ruhepunkt, den die aufgetürmten Meereswogen dem armen Seemann im Sturm gönnen. Im ersten Satz stürmen Wind und Wellen erbarmungslos auf sein Schiff ein, im Finale türmen sich die Wogen im Dreiertakt noch höher auf. Ob das Schiff sicher den Hafen erreicht?

https://www.youtube.com/watch?v=ZntXK17FZBg

Fagottkonzert B-Dur La notte, RV 501

Vivaldis Fagottkonzert über die Nacht, La notte, ist weit weniger berühmt als sein gleichnamiges Flötenkonzert, aber nicht weniger eindrucksvoll. Vivaldi hat es nach dem gleichen Muster entworfen wie das Flötenkonzert, aber mit einer besonderen Überraschung am Schluss: einem zarten Sonnenaufgang über Venedigs Kanälen. Unsere Stipendiatin Eugénie Ricard aus Bordeaux tritt in die Fußstapfen einer unbekannten venezianischen Fagottistin, für die Vivaldi dieses Konzert geschrieben hat. 

https://www.youtube.com/watch?v=LY3oxraoybw

Flötenkonzert g-Moll La notteop. 10 Nr. 2

Vivaldis berühmtestes Flötenkonzert stellt die Geisterstunde in einem venezianischen Palazzo dar: unheimliche Einleitung, wilder Auftritt der Gespenster um Mitternacht, düsterer Schlaf und ein furioses Finale. Unser Stipendiat Theodore Squire spielt auf der Böhmflöte die klassische Version aus Vivaldis Flötenkonzerten Opus 10. Die Streicher schlüpfen unter der Leitung von Lina Tur Bonet in die Rolle der Gespenster.

https://www.youtube.com/watch?v=LfjuKUdF39g

Oboenkonzert a-Moll, RV 463

Unsere Stipendiatin Shaghayegh Shahrabi aus dem Iran spielt ein Vivaldisches Oboenkonzert, das ursprünglich ein Fagottkonzert war (RV 500). Um es dem neuen Instrument anzupassen, veränderte der Komponist alle Solopassagen. Unsere Stipendiatin glänzt in diesen virtuosen Laufkaskaden ebenso wie im ruhigen, gesanglichen Mittelsatz. Schon 1721 wunderte sich ein deutscher Venedig-Tourist, dass die Mädchen des Ospedale »so gar auf der Hautbois [...] en maitre spielen«.

https://www.youtube.com/watch?v=KwX5Zx5D5mQ