Bach in Kirchen
Bachs erste Violinsolosonate, dritte Cellosuite und C-Dur-Triosonate in Briedel an der Mosel, im Alten Dom zu Mainz und in Sobernheim.
Bach an Nahe, Rhein und Mosel
Die gotische Matthiaskirche zu Sobernheim bildete den suggestiven Rahmen für den ersten von drei Bach-Abenden mit einem Stipendiatentrio und einigen der größten Streicherwerke aus der Feder des Thomaskantors: Die Geigerin Sophi Rochlin aus Israel interpretierte die erste Solosonate BWV 1001 auf eher weiche, einfühlsame, in Fuge und Presto auch brillante Art auf einer venezianischen Violine von Santo Serafino aus dem Jahr 1751. Der Cellist Syon Najman aus Bulgarien brillierte in der dritten Cellosuite BWV 1009 mit schnellen Tempi, sprechender Artikulation und einer Klangkultur, die alle Farben seines Gagliano-Cellos von ca. 1780 hinreißend zur Geltung brachte. In der Triosonate BWV 529 kam der Bratschist Eike Coetzee aus Südafrika mit sonorem Klang hinzu und spielte eine durchweg schön phrasierte, rhythmisch absolut verlässliche Mittelstimme im bewegten Dialog mit den anderen. Zwei romantische Solowerke im Geist Bachs ergänzten das Programm: die erste Bratschensuite in g-Moll von Max Reger und die vierte Violinsonate in e-Moll von Eugène Ysaÿe.
Konzert mit Gespräch in Mainz
Zweite Station der kleinen Konzertserie war der Alte Dom zu Mainz, sprich: die Mainzer Johanniskirche – an einem idealen Sommerabend, dem Barbara Harnischfeger durch ihre erfrischenden Moderationen zusätzlichen Glanz verlieh. Dabei ging es um die wertvollen Instrumente aus dem Eigentum der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur, die von Sophi Rochlin und Syon Najman gespielt werden – auch dank der Unterstütung durch die Freunde der Villa Musica.
Bach in Briedel
Die Villa Musica gastierte zum ersten Mal in der Martinskirche in Briedel, einem Rokoko-Juwel im Moseltal, eingeladen vom Geschichts- und Kulturverein Briedel e.V. in Zusammenarbeit mit dem Initiator und Art Agent Dr. Alfred Bremm vom Kulturforum Mosel. Der Sonntagnachmittag war ein Gesamtkunstwerk aus barocker Architektur, Musik und Landschaft, wie Barbara Harnischfeger in ihrem Bericht mitteilte:
„Ein ganz besonderer Ort. Erst einmal die Idylle zwischen den Weinbergen, dann die hübsche Barockkirche mit der Stumm-Orgel, aber vor allem die Dankbarkeit der Akteure und des Publikums für das Hochklassige, das Ihnen geboten wurde. Eine Frau sagte, sie sei neu, so formulierte sie es, aber das sei ja wunderbar gewesen. Es war ein Weinhändler aus London da - er sagte mir, er habe einmal an der Royal Academy of Music studiert, und er konnte nicht fassen, was da in Briedel Ausgezeichnetes geboten wurde. Eine Frau bedankte sich ausdrücklich für das Konzert. Eine andere Frau sagte, sie sei aus Briedel, besuche aber Villa Musica-Konzerte andernorts immer wieder, nur: so etwas Schönes wie heute mit dem Künstlergespräch habe sie noch nicht erlebt. Die Organisation durch den Kulturkreis und das Engagement von Herrn Bremm, der in Köln wohnt, aus Briedel stammt und an der Mosel Kirchen zu Kulturorten macht, war ausgezeichnet.“ (Barbara Harnischfeger)
Freitag, 29.5., 19:30 Uhr – Matthiaskirche Bad Sobernheim
Samstag, 30.5., 19 Uhr – Johanniskirche Mainz („Alter Dom“)
Sonntag, 31.5, 17 Uhr – Martinskirche Briedel
Sophi Rochlin, Violine | Eike Coetzee, Viola | Syon Najman, Violoncello
Johann Sebastian Bach:
Triosonate C-Dur, BWV 529
Solosonate für Violine g-Moll, BWV 1001
Cellosuite Nr. 3 C-Dur, BWV 1009
Solosonaten von Reger und Ysaÿe