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Auch im Marmorsaal von Bad Ems ein festliches Bild: Geiger Michael Nodel, Pianist Barnabás Csiszár, Bratschistin Ayaka Taniguchi und Cellist Dylan Baraldi im frühen Klavierquartettsatz von Gustav Mahler, Foto: Wilfried Dechau (©wilfried dechau, raum-musik.eu).

Brahmswochen

Johannes Brahms bestimmt den Frühlingsanfang bei Villa Musica: Das sinfonische zweite Klavierquartett in A-Dur und das nostalgisch schöne Klarinettenquintett in h-Moll umspannen fast ein ganzes Komponistenleben.

13.3.-15.3. Romantiker

Brahms-Glück in der ausverkauften Villa Musica in Mainz: Der Applaus nach dem zweiten Klavierquartett in A-Dur wollte kein Ende nehmen, so erfülllt und beglückt waren die Mainzer „Brahminen“ von dieser herausragenden Interpretation eines eher selten gespielten Stücks. Die Münchner Klavierprofessorin Silke Avenhaus nahm den ersten Satz spielerisch und erstaunlich zügig. Die Stipendiaten Erik Maier, Ayaka Taniguchi und Dylan Baraldi ließen sich auf ihr Spiel mit Duolen und Triolen, mit Mozartscher Klarheit und Schumannscher Sehnsucht ein und brachten auch das traumhaft schöne Poco Adagio in E-Dur zum Leuchten. Dass Silke Avenhaus eine Kammermusikerin von unendlich vielen Farben und einer unfassbar subtilen Gabe zur Kommunikation ist, bewies sie auch in den sinfonischen Dimensionen von Scherzo und Finale. Nach der Stretta des ungarischen Finales gab es im Konzertsaal der Villa Musica kein Halten mehr.

Zu Beginn des Programms mussten sich die Freunde romantischer Musik noch mit dem Kontrast zwischen frühem Mahler und Schnittke aus den Siebzigern abfinden (zwei Klavierquartettsätze), aber spätestens mit der Romance oubliée von Liszt stellte sich der Duft des 19. Jahrhunderts im Konzertsaal der Vila Musica ein. Tonschön und atmosphärisch dicht brachte die japanische Bratschistin Ayaka Taniguchi die Melancholie des späten Liszt zum Vorschein, begleitet vom vorzüglichen ungarischen Pianisten Barnabás Csiszár. Zur vollen Wagner-Ekstase schwangen sich der Geiger Michael Nodel und Silke Avenhaus am Klavier auf: Vorspiel und Liebestod aus Wagners Tristan und Isolde in Bearbeitungen von Fazil Say. Romantischer hätte dieser Abend nicht aufblühen können – am heutigen Samstag zu erleben in Bad Ems, morgen in Ramstein-Miesenbach bei Kaiserslautern.

Freitag, 13.3., 19 Uhr – Villa Musica Mainz (ausverkauft)
Samstag, 14.3., 19 Uhr – Kurhaus Bad Ems (Marmorsaal)
Sonntag, 15.3., 17 Uhr – Congress Center Ramstein-Miesenbach
Gustav Mahler: Zwei Sätze für Klavier und Streicher (Fassung von Schnittke)
Franz Liszt: Romance oubliée für Viola und Klavier
Richard Wagner: Vorspiel und Liebestod aus Tristan und Isolde (Fassung von Say)
Johannes Brahms: Quartett Nr. 2 A-Dur für Klavier und Streichtrio, op. 26

19.-21.3. Klarinettenquintett zum Frühlingsanfang

Andalusien ist seine Heimat, das Konzertleben der Welt seine Bühne: Der Spanier Pablo Barragán ist der quirligste Klarinettist der Gegenwart, ein Vulkan an Dramatik und guter Laune. In Schloss Engers, Grünstadt und Mainz lotet er mit preisgekrönten jungen Streichern der Villa Musica die Tiefen des Klarinettenquintetts von Brahms aus: wehmütig schön in den Ecksätzen, ungarisch fantastisch im zarten Adagio. Folkloristische Moderne von Prokofjew und Bartók bildet den ersten Teil – ideale Musik für Barragáns südliches Temperament. In der Mitte des Programms eine Entdeckung aus Paris: das wunderschöne Adagio aus dem Klavierquintett von Reynaldo Hahn, dem zeitweiligen Lebensgefährten des Dichters Marcel Proust. Mit Pablo Barragán musizieren die Geigerinnen Yan Li aus Kanada und Eun Che Kim aus Korea, der Bratschist Vittorio Benaglia aus Italien und die Cellistin Juliet Wolff aus Deutschland. Am Flügel: Villa Musica-Stern-Preisträger Knut Hanßen. 

Donnerstag, 19.3., 19 Uhr – Schloss Engers, Neuwied-Engers
Freitag, 20.3., 19 Uhr – Stadtmission Grünstadt
Samstag, 21.3., 19 Uhr – Landesmuseum Mainz
Sergei Prokofjew: Ouvertüre über hebräische Themen
Béla Bartók: Contrasts für Klarinette, Violine und Klavier
Reynaldo Hahn: Adagio aus dem Klavierquintett fis-Moll
Johannes Brahms: Klarinettenquintett h-Moll, op. 115