Burgenklassik 2026
Nach der grandiosen Eröffnung mit dem Viatores Quartett in Schloss Engers stand die zweite Veranstaltung der Burgenklassik 2026 in Schloss Bürresheim ganz unter den Vorzeichen der Eisheiligen.
15.5. „Das klingende Schloss“ in Bürresheim
Die „kalte Sophie“ zeigte sich zu ihrem Gedenktag am 15.5. von ihrer wahrhaft eiskalten Seite: Schneefall in den Alpen, Hagelkörner in Norditalien und selbst im vergleichsweise behüteten Nettetal eine fast winterliche Temperatur von 11 Grad. Doch nicht nur Barbara Harnischfeger trotzte im roten Daunenmantel dem Wintereinbruch mitten im Mai. Die zweimal 40 Zuhörerinnen und Zuhörer, die zwischen Hexen- und Ahnensaal pendelten, um mal Duos für Violine und Violoncello, mal Streichtrios zu hören, ließen sich von der Musik erwärmen: von den Harmonien eines Franz Schubert, von der Brillanz Mozarts und der tänzerischen Grazie Bachs. Das Familienschloss derer von Breidbach zu Bürresheim aus dem Barock diente schon vielen Kinofilmen als malerische Kulisse. An diesem Abend verwandelte es sich unversehens in einen Ort der wahrhaft authentischen historischen Aufführungspraxis: unbeheizt und unwirtlich, dafür umso feuriger in den musikalischen Darbietungen.
Im Hexensaal spielten die österreichische Geigerin Sonja Bogner und die polnische Cellistin Oliwia Meiser Musik aus Barock und Klassik: Bachs dritte Cellosuite BWV 1009 diente als barock-tänzerische Eröffnung. Mozarts Duo KV 423 erinnerte daran, dass auch die Riesenräume der Salzburger Residenz nicht immer optimal beheizt waren. Das folkloristische Duo Opus 7 des Ungarn Zoltán Kodály heizte dem Publikum mit fetzigen Rhythmen ein.
Im Ahnensaal spielte der Geiger Luis María Suárez Felipe aus Spanien mit dem englischen Bratschisten Joon Hurh und dem deutschen Cellisten Lukas Plag Schuberts schönes B-Dur-Streichtrio von 1817 – an diesem Abend ein wenig Winterreise für drei Streicher. Die zweite Cellosuite von Bach BWV 1008 und Beethovens Duo „mit zwei obligaten Augengläsern“ holten die aristokratische Musikkultur der Wiener Palais und des Köthener Schlosses nach Bürresheim. Viel Applaus für fünf wunderbare junge Künstler/innen unter extremen Bedingungen.
Freitag, 15.5., 19 Uhr – Schloss Bürresheim, Nettetal
Duos im Hexensaal: Sonja Bogner, Violine | Oliwia Meiser, Violoncello
Johann Sebastian Bach: Cellosuite Nr. 3 C-Dur, BWV 1009
Wolfgang Amadeus Mozart: Duo G-Dur, KV 423
Zoltán Kodály: Duo, op. 7
Trios im Ahnensaal: Luis María Suárez Felipe, Violine
Joon Hurh, Viola | Lukas Plag, Violoncello
Johann Sebastian Bach: Cellosuite Nr. 2 d-Moll, BWV 1008
Ludwig van Beethoven: Duo mit zwei obligaten Augengläsern, WoO 32
Franz Schubert: Streichtrio B-Dur, D 581
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DIE NÄCHSTEN KONZERTE DER BURGENKLASSIK:
17.5. Schubert auf Burg Rheinfels
Die fünf jungen Solist(inn)en vom Bürresheimer Freitagabend sind am Sonntag-Nachmittag im Museum der Burg Rheinfels hoch über Sankt Goar noch einmal zu erleben, dieses Mal im Quintett. Franz Schubert hat zwei Sommer seines Lebens in Ungarn verbracht, deshalb finden sich Spuren der ungarischen Musik noch in seinem grandiosen Streichquintett C-Dur. Am Sonntag um 17 Uhr kann man dieses schönste und bewegendste aller Schubertschen Streicherwerke auf der Rheinfels hören. Wieder spielen wie in Bürresheim der spanische Geiger Luis María Suárez Felipe und seine österreichische Kollegin Sonja Bogner, der britische Bratschist Joon Hurh und die Cellisten Lukas Plag und Oliwia Meiser aus Deutschland und Polen. Die vielfach preisgekrönten Villa Musica-Virtuosen kombinieren das Schubert-Quintett mit zwei Streichtrios aus Ungarn: mit dem tänzerisch-leichten Intermezzo von Zoltán Kodály und der heiter-prickelnden Serenade des Ernö von Dohnányi – ein Programm wie geschaffen für einen Maisonntag hoch über dem Rhein.
Sonntag, 17.5., 17 Uhr – Burg Rheinfels, St. Goar
Luis María Suárez Felipe, Sonja Bogner, Violine
Joon Hurh, Viola | Oliwia Meiser, Lukas Plag, Violoncello
Zoltán Kodály: Intermezzo für Streichtrio
Ernö von Dohnányi: Serenade, op. 10
Franz Schubert: Streichquintett C-Dur, D 956
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24.5. Bach tanzt Tango auf der Marksburg
Zwischen Fugen von Johann Sebastian Bach und Tangos von Astor Piazzolla bewegt sich das Programm, das die fantastische Geigerin Elisso Gogibedaschwili aus Österreich am Pfingstsonntag, 24. Mai um 17 Uhr auf der Marksburg spielt. Gemeinsam mit dem Akkordeonisten Marko Trivunovic schlägt sie im Konzertsaal der Burgschänke einen weiten Bogen vom Barock bis ins 20. Jahrhundert, von Sonaten bis zu Folklore-Tänzen. Bachs h-Moll-Sonate BWV 1014 erklingt vor den „Rumänischen Volkstänzen“ von Béla Bartók, die „Italienische Suite“ von Igor Strawinsky vor den spanischen Volkstänzen von Manuel de Falla. In der Mitte des Programms führt die G-Dur-Sonate KV 301 von Wolfgang Amadeus Mozart ins Mannheim des Jahres 1778. Die Geschichte des Tangos wird zum Abschluss in vier mitreißenden Sätzen von Piazzolla erzählt. Elisso Gogibedaschwili wurde bei Wettbewerben vielfach ausgezeichnet und hat als Stipendiatin der Villa Musica schon in vielen Konzerten brilliert, vor allem im „Herbst“ aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ im vergangenen Advent.
Pfingstsonntag, 24.5., 17 Uhr – Burgschänke der Marksburg, Braubach
Elisso Gogibedaschwili, Violine | Marko Trivunovic, Akkordeon
Johann Sebastian Bach: Violinsonate h-Moll, BWV 1014
Béla Bartók: Rumänische Volkstänze
Igor Strawinsky: Suite Italienne
Wolfgang Amadeus Mozart: Violinsonate G-Dur, KV 301
Manuel De Falla: Suite populaire espagnole
Astor Piazzolla: L’Histoire du Tango
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Mittwoch, 3.6. Schloss Stolzenfels / Koblenz
19 Uhr Bläserserenade
Cecilia Kaiser, Oboe
Chiara Holtmann, Klarinette
Emanuel Blumin Sint, Fagott
Wolfgang Amadeus Mozart:
Divertimento Nr. 1 aus KV 439b
Jacques Ibert:
Cinq Pièces en Trio
Witold Lutoslawski:
Trio d’anches
Darius Milhaud:
Pastorale, op. 147
Alexandre Tansman:
Suite pour Trio d‘anches
Eugène Bozza:
Suite bréve en Trio, op. 67
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Sonntag, 28.6., 19 Uhr – Ev. Schlosskirche Hachenburg
Italienische Nacht
Marc Bouchkov, Violine
Stipendiatinnen und Stipendiaten der
Villa Musica Rheinland-Pfalz
Giacomo Puccini:
Crisantemi für Streichquartett
Niccolò Paganini:
Caprice Nr. 24 a-Moll für Violine solo
Alessandro Rolla:
Duo c-Moll für Violine und Viola, op. 4 Nr. 2
Gaetano Donizetti:
Streichquartett Nr. 9 d-Moll
Giovanni Battista Viotti:
Duett a-Moll für zwei Celli, op. 30 Nr. 1
Luigi Boccherini:
Streichquintett E-Dur, op. 11 Nr. 5