Der Klang Chinas
Eine Woche im Zeichen der China-Kooperation von Villa Musica: drei Konzerte in Mainz, Schloss Engers und Zellertal-Niefernheim, gewichtige Gespräche und viele heitere Begegnungen.
Der Klang Chinas 2026
Für unsere Künstlerische Leiterin Prof. Ervis Gega war es eine besondere Freude, in der vergangenen Woche Gäste aus der Volksrepublik China bei Villa Musica willkommen zu heißen. Vier Musikerinnen und zwei Musiker aus Peking ließen bei Konzerten in Mainz, Neuwied-Engers und Zellertal-Niefernheim die langjährige Kooperationsreihe Der Klang Chinas wieder aufleben. Die während der Pandemie-Jahre unterbrochene Zusammenarbeit mit der CPAFFC (Chinese People’s Association for Friendship with Foreign Countries) war schon im letzten Herbst neu begonnen worden, als Prof. Gega zusammen mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden, Prof. Dr. Jürgen Hardeck, zwei Musikern und Maike Hessedenz in China zu Gast war. Nun durften wir im Gegenzug vier Professorinnen und einen Professor von der Nationalen Akademie für chinesische Theaterkunst in Peking in Rheinland-Pfalz begrüßen. Die Akkordeonistin Meng Qian und die Pipa-Virtuosin Liang Ning zogen das Publikum ebenso nachhaltig in die faszinierende Klangwelt Chinas hinein wie ihre Kolleginnen Wang Caiyun auf der Kniegeige Jinghu und Li Jin auf dem chinesischen Hackbrett Yangqin. Ihr Kollege Shan Zhenyue brillierte auf dem einzigen Blasinstrument im Ensemble, der Suona. Eine Dreiviertelstunde lang spielten die fünf Professor*innen Arien der Pekingoper in Instrumental-Arrangements, moderne Landschaftsbeschreibungen aus chinesischen Provinzen und Klassiker des chinesischen Repertoires.
Auf diese traditionell chinesische Konzerthälfte ließ ein erst 16 Jahre junger, hochbegabter Geiger aus Peking Klassiker des Violinrepertoires folgen: Mingzhe Ye spielte mit unserem Klavierstipendiaten Jacopo Giovannini Beethovens „Frühlingssonate“ und die Etüde in Walzerform, die Ysaÿe nach einem Klavierstück von Saint-Saëns geschrieben hat. Als Solostück war die berühmte 24. Caprice von Paganini zu hören. Der junge Geiger unterstrich eindrucksvoll seine Sonderklasse, die ihm bereits etliche Erfolge bei nationalen und internationalen Violinwettbewerben eingetragen hat.
Glanzvolle Konzerte und Gespräche
Das Publikum in der Mainzer Villa Musica, im Dianasaal von Schloss Engers und im Haus von Borries dankte den Interpreten aus Fernost mit herzlichem Applaus für die schönen Abende. Beim zweiten Konzert in Schloss Engers durften wir außerdem CPAFFC-Vizepräsident Lu Xiangdong mit einer Delegation willkommen heißen. Bei einem Mittagessen in Mainz begegneten sie unserem Vorstandsvorsitzenden, Staatssekretär Dr. Denis Alt, zu konzentrierten, freundschaftlichen Gesprächen über die weitere Zusammenarbeit. Ausflüge an den Rhein und in die Westpfalz, Stadtführungen durch Mainz und Koblenz und Begegnungen mit Kulturschaffenden im Land waren von Maike Hessedenz für die Delegation vorbereitet worden und führten zu vielen heiteren Stunden im Geist des freundschaftlichen Kulturaustauschs.
Dienstag, 18.8., 19 Uhr – Villa Musica Mainz
Donnerstag, 20.8., 19 Uhr – Schloss Engers
Samstag, 22.8., 19 Uhr – Haus von Borries, Zellertal-Niefernheim
Niccolò Paganini: Caprice Nr. 24 a-Moll
Eugène Ysaÿe: Caprice nach Saint-Saëns‘ Étude en forme de Valse, op. 52 Nr. 6
Ludwig van Beethoven Violinsonate F-Dur, op. 24 „Frühlingssonate“
Mingzhe Ye, Violine | Jacopo Giovannini, Klavier
Yang Tiegang: Das Dai-Volk feiert sein Water-Splashing Festival
Meng Qian, Akkordeon solo
Huang He: Gedicht und Gemälde des Tian-Shan-Gebirges
Li Jin, Yanquin solo
Traditionell: Frühlingsfluss im Mondlicht
Liang Ning, Pipa solo
Yang Zhihua (Arrangeur): Sturm auf dem Tigerberg
Meng Qian, Akkordeon solo
Wu Hua (Arrangeur): In tiefer Nacht
Solistin: Wang Caiyun (Jinghu)
Begleiterin: Li Jin (Yangqin)
Traditionell: Hundert Vögel huldigen dem Phönix
Solist: Shan Zhenyue (Suona)
Begleitung: Li Jin (Yangqin), Liang Ning (Pipa), Meng Qian (Akkordeon)