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Konstantia Gourzi in der Villa Musica in Mainz – in Weiß zwischen ihren jungen Interpret*innen: links der Pianist Gabriel Yeo, rechts das Ast Quartet (Foto: Maike Hessedenz).

Konstantia Gourzi in Mainz

Das Mainzer Komponist*innen-Porträt 2026 war der griechischen Komponistin Konstantia Gourzi gewidmet. Die Villa Musica war zum ersten Mal dabei – als Kooperationspartnerin von SWR Kultur, Staatsorchester und Staatstheater Mainz sowie Schottverlag, Landesmusikrat und Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz.

9.5. Gourzi in der Villa Musica

In den 1990er Jahren war es schöne Tradition, dass zeitgenössische Komponistinnen und Komponisten in der Villa Musica in Mainz ihre Werke im Gespräch vorstellten. Damals durften wir Größen wie Ysang Yun, Cristóbal Halffter, Helmut Lachenmann, Hans-Jürgen von Bose, Violeta Dinescu und viele andere im Konzertsaal der Villa Musica in der Mainzer Oberstadt begrüßen. Stipendiatinnen und Stipendiaten spielten eine Auswahl ihrer Kammermusiken. Etwas vom Flair dieser frühen Jahre stellte sich auch am 9.5. wieder ein: ein zauberhafter, sonniger Nachmittag mit der Komponistin Konstantia Gourzi, mit dem jungen Ast Quartet aus Korea und dem Pianisten Gabriel Yeo, mit unserer Künstlerischen Leiterin Ervis Gega und Ehrengästen von allen Partnern des Wochenendes.

Das Kammerkonzert baute eine Brücke zwischen Haydn, Bartók, Skrjabin und Gourzi. Und es füllte eine Lücke zwischen dem Werkstattkonzert mit dem LandesJugendOrchester RLP am Samstagmorgen und dem Sinfoniekonzert mit dem Philharmonischen Staatsorchester am Abend. Schon allein die drei Bratschenwerke, die Konstantia Gourzi für unseren früheren Stipendiaten Nils Mönkemeyer geschrieben hat, lohnten den Besuch des Kammerkonzerts. Denn sie hat dort mithilfe von Klavier, Bordun und kleinem Schlagzeug einen so faszinierenden Natur-Klang-Raum um die Bratsche geschaffen, dass man sich dem suggestiven Zauber nicht entziehen konnte. Dabei ging es einerseits um eine „Hommage an Mozart“, andererseits um die geheimen Botschaften, die sich Bäume zusenden, schließlich um „Melodien vom Meer“, womit natürlich die Küsten Griechenlands gemeint sind. Nils Mönkemeyer liebt diese drei Stücke so sehr, dass er sie immer wieder im Konzert aufführt. Für unseren jungen Bratschisten Semin Yim war dies Ansporn und Vorbild für seine souveräne, sehr berührende Interpretation.

Noch weitere „Young Professionals“ der Villa Musica zeigten ihre Klasse als Solisten und in Duos: Der Pianist Gabriel Yeo, Grotrian- und TONALI-Preisträger aus Münster, spielte klanglich sehr subtil die ekstatische 4. Klaviersonate von Skrjabin und den Klavierpart in den Gourzi-Stücken. Die beiden Geigerinnen Sungmoon Kim und Minju Park brillierten in Duos von Bartók – vom „Spottlied“ bis zum „Arabischen Tanz“. Abschließend spielten sie mit ihrem Bratschisten Semin Yim und der Cellistin Eunju Cheung im Ast Quartet das vierte Streichquartett von Konstantia Gourzi. Sein Titel still flying ist aus Gesprächen mit Kriegsopfern unserer Tage und aus einer Graphik von Gourzis Bruder entstanden – vielleicht das stärkste Stück des Nachmittags voller eindringlicher Momente, Farben und Bilder.

Das Konzert wurde fürs Radioprogramm SWR Kultur mitgeschnitten und wird am 4.10., ab 20:03 gesendet.

Samstag, 9.5., 16 Uhr – Villa Musica Mainz
Ast Quartet | Gabriel Yeo, Klavier | Konstantia Gourzi, Moderation
Alexander Skrjabin: Klaviersonate Nr. 4
Konstantia Gourzi: Drei Stücke mit Viola (Hommage à Mozart, messages between trees, melodies from the sea)
Béla Bartók: Aus den 44 Duos für Violinen
Konstantia Gourzi: Streichquartett Nr. 4 (still flying)
Joseph Haydn: Quartett B-Dur, op. 50 Nr. 1 (erster Satz)

10.5. Gespräch mit Konzert in der Akademie der Wissenschaften

Wer mehr von Konstantia Gourzis Streichquartetten hören wollte, hatte dazu am Sonntag Vormittag um 11:30 Uhr in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz die Gelegenheit. Dort stellte das Ast Quartet noch einmal seine Sonderklasse unter Beweis: in den Streichquartetten Nr. 2 und 3  von Gourzi sowie in den Griechischen Tänzen von Nikos Skalkottas. Zuvor war Konstantia Gourzi im Gespräch mit Gabriel Venzago, Sabine Fallenstein und Elisabeth Champollion zu erleben – fast eine volle Stunde lang. Am Ende gab es für die Komponistin und ihre jungen Interpret*innen langen, dankbaren Applaus.

Sonntag, 10.5, 11:30 Uhr – Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz
Ast Quartet und Konstantia Gourzi im Gespräch mit Gabriel Venzago, Sabine Fallenstein und Elisabeth Champollion
Konstantia Gourzi: Streichquartett Nr. 2 (P-ILION, neun fragmente einer ewigkeit)
Ninos Saklkottas: Fünf griechische Tänze
Konstantia Gourzi: Streichquartett Nr. 3 (Anájikon, the Angel in the Blue Garden)