News

Mit Schuberts Forellenquintett ins Neue Jahr: Geigerin Fanny Feodoroff, Pianist Martin Helmchen, Bratschist Eike Coetzee, Kontrabassist Harald Edin und Cellistin Marie-Elisabeth Hecker (Foto: Maike Hessedenz).

Jahreswechsel

Ein Feuerwerk der Kammermusik mit besinnlichen Zwischentönen: Martin Helmchen und Marie-Elisabeth Hecker mit Stipendiaten zum Jahreswechsel in Mainz. Zum Neujahrskonzert gastieren sie in Schloss Engers.

Feuerwerk der Kammermusik

Mindestens so prickelnd wie der Sekt im Glas und zündender als das Feuerwerk: Schuberts Forellenquintett erwies sich im letzten Mainzer Villa Musica-Konzert des Jahres als Idealstück für den Jahreswechsel. Denn Martin Helmchen am Klavier und seine Frau Marie-Elisabeth Hecker am Cello trumpften in so vollkommener Kammermusikmanier auf und zogen die drei Stipendiat(inn)en so selbstverständlich in ihr Musizieren hinein, als wäre Schubert für alle Fünf das Natürlichste von der Welt. In schnellen Tempi, rhyhmisch federnd, klanglich aufs Schönste abgemischt und wahrhaft Schubertisch im melodischen Duktus, bescherte diese Version des berühmten Quintetts allen Zuhörerinnen und Zuhörern im Konzertsaal der Villa Musica einen beglückenden Jahresausklang. Darunter waren auch die Künstlerische Leiterin der Villa Musica, Prof. Ervis Gega, und der Vorstandsvorsitzende, Kulturstaatssekretär Prof. Dr. Jürgen Hardeck, der zu Beginn dem Team der Stiftung für ein sehr erfolgreiches Jahr dankte.

Danach zeigte Martin Helmchen seine Klavierkunst in der sehr raren As-Dur-Sonate des jungen Schubert und wies mit Nachdruck auf seine gerade entstehende Gesamteinspielung aller Schubertschen Klaviersonaten hin. Die junge Wiener Geigerin Fanny Feodoroff war Helmchens wunderschön phrasierende Partnerin in den Romantischen Stücken von Dvořák.

Zum Glanzpunkt des ersten Teils wurde Mendelssohns zweite Cellosonate mit dem Dozentenpaar Helmchen und Hecker. Eine so vollkommene Synthese aus Cello und Klavier hat man selbst in der Villa Musica nur selten gehört: fantastisch korrespondierend in den brillanten Ecksätzen, klug verhalten im zweiten Satz mit seinem plötzlichen Ausbruch von Gespensterromantik, zu Tränen rühernd im Choral-Adagio, in dem Marie-Elisabeth Hecker ihren vollen Ton und ihre gesangliche Phrasierung zu wahrhaft bewegender Deklamation auf dem Cello steigerte.

Insgesamt ein großer Abend, den viele Stammkundinnen und -kunden der Villa Musica begückt miterlebten und bei Sekt und Imbiss gesellig ausklingen ließen. Eine üppigere Auswahl an wunderschöner, hochvirtuoser, vielfarbig leuchtender Kammermusik hätte man sich zum Jahreswechsel nicht wünschen können, zumal sich auch die beiden Stipendiaten im Streicherensemble als Trumpfkarten erwiesen: der aus Namibia stammende Bratschist Eike Coetzee und der schwedische Kontrabassist Harald Edin – übrigens der Bruder unserer früheren Kontrabass-Stpendiatin Kristina Edin, die derzeit im Philharmonischen Staatsorchester Mainz spielt. So schließen sich die Kreise der Villa Musica.

Dienstag, 30.12. 2025, 19 Uhr – Villa Musica Mainz (ausverkauft)

Donnerstag, 1.1.2026, 17 Uhr – Schloss Engers, Neuwied-Engers (ausverkauft)

Martin Helmchen, Klavier | Marie-Elisabeth Hecker, Violoncello | Stipendiatinnen der Villa Musica: Fanny Feodoroff, Violine | Eike Coetzee, Viola | Harald Edin, Kontrabass

Felix Mendelssohn: Cellosonate D­-Dur, op. 58
Franz Schubert: Klaviersonate As­-Dur, D 557
Antonín Dvořák: Romantische Stücke, op. 75
Franz Schubert: Klavierquintett A­-Dur, D 667 („Forellenquintett“)