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Zwei starke Frauen der Kultur im Gespräch: Barbara Harnischfeger, die Vorsitzende von FREUNDE DER VILLA MUSICA e.V,, mit dem Mikro und Ervis Gega ausnahmsweise ohne Violine (Foto: Ulrich Stelter).

Karrieren: Ervis Gega

Die charismatische Geigerin Ervis Gega kam Landesmuseum Mainz. Am 5. November erzählte sie Barbara Harnischfeger in der Villa Musica-Reihe Karrieren von ihrer ganz besonderen Karriere und spielte Beethoven mit Boris Kusnezow und Alexander Hülshoff.

Ervis Gega im Landesmuseum Mainz

Wer Ervis Gega heutzutage erlebt – weltgewandte Violinvirtuosin, charismatische Chefin der Klassischen Philharmonie Bonn, höchst professionelle Professorin –, der könnte die Geschichte ihrer Karriere für Hollywood halten: wie sie einst als Flüchtlingskind aus Albanien mit ihrer Familie nach Ingelheim kam, wie sie im Flüchtlingsheim Geige übte und später beim großen Yfrah Neaman in London studierte, wie sie in Rheinland-Pfalz vielfältige Förderung erfuhr, angefangen von ihren Eltern bis hin zum Kultur-Förderpreis des Landes. Am Samstagabend bezauberte sie im Gespräch mit Barbara Harnischfeger die voll besetzte Steinhalle im Mainzer Landesmuseum durch ihre Erzählungen ebenso wie durch ihr unvergleichlich schönes, seelenvolles Geigenspiel. Als Künstlerische Leiterin der Klassischen Philharmonie Bonn zeichnet sie heute für eine der größten sinfonischen Konzertreihen Deutschlands verantwortlich. Als Professorin in Mainz zählt sie zu den erfolgreichsten Violinpädagoginnen. Dabei hat sie sich ihre Liebe zur Kammermusik erhalten, die sie einst im Duo Spohr bei Villa Musica begründete. Im Landesmuseum Mainz brillierte sie im kammermusikalischen Dialog mit Boris Kusnezow am Steinway-Flügel und Alexander Hülshoff am Cello in Meisterwerken von Beethoven: in der G-Dur-Violinsonate aus Opus 30 und dem berühmten „Geistertrio“ als furiosem Abschluss. Dazwischen spielte sie drei berühmte Encores des Violinrepertoires mit so viel Schmelz, Gefühlsausdruck und berückenden Tönen, dass man sie sich wahrlich nicht schöner vorstellen kann: Elgars Salut d'amour, die Méditation von Massenet und die Romanze von Svendsen. Große Begeisterung beim dicht gedrängten Publikum.

Samstag, 5.11.2022, 19 Uhr – Landesmuseum Mainz

Ervis Gega in Concert (in der Reihe Karrieren)
Ervis Gega, Violine | Alexander Hülshoff, Violoncello | Boris Kusnezow, Klavier

Ludwig van Beethoven: Violinsonate Nr. 8 G-Dur, op. 30 Nr. 3
Künstlergespräch Ervis Gega – Barbara Harnischfeger
Edward Elgar: Salut d’amour
Jules Massenet: Méditation aus der Oper Thaïs

Johan Svendsen: Romanze für Violine und Klavier, op. 26
Ludwig van Beethoven: Klaviertrio D-Dur, op. 70 Nr. 1 („Geistertrio“)


Moderation: Barbara Harnischfeger
Mit Unterstützung von FREUNDE DER VILLA MUSICA e.V.