Gabriel Schwabe
Der Lübecker Celloprofessor und ehemalige Villa Musica-Stipendiat Gabriel Scvhwabe mit seiner Frau Hellen Weiß am 18.5. beim Karrieren-Konzert in Mainz.
Karrieren-Konzert mit Künstlergespräch
Gabriel Schwabe ist nicht nur einer der sympathischsten und erfolgreichsten Cellisten seiner Generation, sondern auch ehemaliger Stipendiat der Villa Musica. Es war also höchste Zeit, den langjährigen Kölner Celloprofessor, der vor Kurzem einem Ruf an die Lübecker Musikhochschule gefolgt ist, zu einem Abend in der Reihe Karrieren einzuladen. Dabei spielte er im Duo mit seiner Ehefrau Hellen Weiß. Auch sie ist als Geigerin im Bianco Quartett und Ex-Stipendiatin der Villa Musica den Freund(inn)en unserer Stiftung noch in bester Erinnerung.
Barbara Harnischfeger ließ das Duo in gewohnter Manier aus seinem Leben und seiner Doppel-Karriere berichten. Als junge Eltern, als viel beschäftigte Solisten und als Lehrende an Musikhochschulen haben die beiden von Berlin aus ein gewaltiges Pensum zu bewältigen – den Großeltern sei Dank! Auch was es mit Bögen und Instrumenten, mit dem Duospiel und den Solokarrieren auf sich hat, enrlockte die FREUNDE-Vorsitzende den beiden auf ihre unverwechselbare Art. Dabei erinnerte sie natürlich auch an jenes Freundeskreistreffen auf dem Hambacher Schloss, bei dem beide mit dem Bianco Quartett aufgetreten waren – festgehalten auf einem unvergesslichen Foto. Reichlich Stoff also für die Reihe Karrieren, die von den FREUNDEN DER VILLA MUSICA finanziell unterstützt und von der FREUNDE-Vorsitzenden moderiert wird. Wir danken im Besonderen Michael Kemmann für seine großzügige Spende, die uns die Karrieren-Konzerte dieser Saison ermöglicht hat.
Von Bach bis Crumb
Im Programm schlugen unsere beiden Ex-Stipendiaten einen weiten Bogen von Bachs zweistimmigen Inventionen aus dem Jahr 1723 bis zur Solosonate für Cello, die der junge Amerikaner George Crumb 1955 als Student in West-Berlin komponiert hat. Im Ravel-Jahr 2025 durfte natürlich die große Duosonate des Basken aus dem Jahr 1922 nicht fehlen – Ravels Trauermusik für seinen Kollegen Debussy. Ravel schuf damit an den Ufern der Seine auch ein Vorbild für jüngere Komponisten wie den aus Prag nach Paris übersiedelten Bohuslav Martinů. Dessen Duo Nr. 1 von 1927 setzte den mitreißenden Schlusspunkt des Abends – zwischen einem sehr tschechischen Präludium und einem eher französisch-eleganten Rondo. Ein Höhepunkt ganz anderer Art ereignete sich direkt nach der Pause: Mozarts so überaus heikles B-Dur-Duo KV 424 als vollendete Klangrede zweier Musiker, die einander blind verstehen, im Klang vollkommen verschmelzen, in der Gestik und im Ausdruck das scheinbar Einfache mit dem Ausdrucksvollen ideal verbinden und alle Klippen dieses gefährlichen Stückes scheinbar spielend meistern. Da sage nur einer, im Streicherduo stecke nicht der ganze Mozart! Bravissimi!
Sonntag, 18.5., 17 Uhr – Villa Musica Mainz
Bach: Inventiones Nr. 1, 7 und 8
Ravel: Sonate für Violine und Violoncello
Crumb: Sonate für Violoncello solo
Mozart: Duo B-Dur, KV 424
Martinu: Duo Nr. 1, H. 157