Klassik & Arp
„Ein Bahnhof voller Weltstars" titelte der Bonner Generalanzeiger zum aktuellen Konzertprogramm im Arp Museum Bahnhof Rolandseck. Chen Reiss und Sharon Kam lösten diesen Anspruch spielend ein.
FR, 27.3.2026, 18 Uhr
Das himmlische Leben
Chen Reiss, Sopran | Sharon Kam, Klarinette | Yael Kareth, Klavier
Himmlisch und voller Leben war dieser Abend, glanzvoll zwischen Oper und Lied schwebend, ein Ereignis: Chen Reiss, die gefeierte Primadonna an der Wiener Staatsoper und anderen großen Opernbühnen, und Sharon Kam, die begnadete Klarinettistin, zeichneten Gesangsszenen wie aus einem Guss in den Festsaal des Bahnhofs, in dem einst schon Clara Schumann konzertierte. An die Soireen der romantischen Zeit erinnerte dieser Dialog zwischen Sopran und Klarinette, dieses Verschmelzen zweier Stimmen zu einem einzigen Gesang – in Schuberts großer Szene „Der Hirt auf dem Felsen“, komponiert 1828 für die Operndiva Anna Milder-Hauptmann, in „Das himmlische Leben“ aus Mahlers Vierter Sinfonie und in Deutschen Liedern von Louis Spohr. Schumanns Fantasiestücke für Klarinette, Claras Romanzen Opus 22 und einige der schönsten Lieder des Ehepaares rundeten den zauberhaften Frülingsabend im Bahnhof Rolandseck ab. Dankbarer, begeisterter Applaus im wieder einmal voll besetzten Festsaal und viel Vorfreude auf den 1. August, wenn Chen Reiss wiederkommt, um die jungen Sängerinnen und Sänger ihrer Belcanto-Akademie vorzustellen.
Gustav Mahler: Das himmlische Leben (aus der 4. Sinfonie)
Robert Schumann: Lieder aus Myrthen; Fantasiestücke, op. 73
Clara Schumann: Drei Romanzen, op. 22
Louis Spohr: Aus den sechs deutschen Liedern, op. 103
Franz Schubert: Der Hirt auf dem Felsen, D 965
FR, 24.4.2026, 18 Uhr
Messages
Tabea Zimmermann, Viola | Junge Streicher*innen der Villa Musica
Ihr Name steht seit Jahrzehnten für kraftvolle „Messages“, für bewegende Botschaften in der Kammermusik: Tabea Zimmermann. Deutschlands erfolgreichste Bratschistin macht sich mit preisgekrönten jungen Streicher*innen der Villa Musica auf den Weg zum großen Streichquintett von Bruckner: von Hildegard von Bingen über Kurtág und Bridge bis zum frühen Quartettsatz von Webern. Am Ende leuchten Bruckners Botschaften in verklärten Harmonien.
Hildegard von Bingen: Caritas abundat
György Kurtág: Aus Signs, Games and Messages
Frank Bridge: Lament für zwei Violen
Anton von Webern: Langsamer Satz für Streichquartett (1905)
Anton Bruckner: Streichquintett F-¬Dur
SO, 17.5.2026, 18 Uhr
Romantik pur
Ervis Gega, Violine | Edgar Moreau, Violoncello | Fabian Müller, Klavier
Im wunderschönen Monat Mai schließt die Saison von „Klassik & Arp“ mit reinster Rhein-Romantik: Der Bonner Pianist Fabian Müller ist genau der Richtige, um die zauberische Frische im c-Moll-Trio von Mendelssohn ebenso auszukosten wie die satten Sexten im H-Dur-Trio von Brahms. Die Bonner Geigerin Ervis Gega und der Pariser Cellist Edgard Moreau schwelgen in wunderschönen Streicherkantilenen.
Franz Schubert: Allegro für Klaviertrio B-Dur, D 28
Felix Mendelssohn: Klaviertrio c-Moll, op. 66
Johannes Brahms: Klaviertrio H-Dur, op. 8