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Mozartakademie mit Johannes Pramsohler in Herdorf, Ingelheim und Engers. Als Geiger wie Dirigent macht der Südtiroler eine gute Figur (Foto: Julien Benhamou).

Goldener Oktober

Am Wochenende des Nationalfeiertags starten wir in unsere Jubiläumssaison und in einen goldenen Oktober der Kammermusik: Dvořáks grandioses Klavierquintett und Clair de lune von Debussy, eine „Mozartakademie“ und eine „Schubertiade“. 

Dvořák mit Vadim Gluzman

Einer der besten Geiger der Welt eröffnet am 2. Oktober im Festsaal der Villa Ludwigshöhe die neue Villa Musica-Saison: Vadim Gluzman spielt mit seinem Klavierpartner Evgeny Sinaiski die heitere Suite italienne von Strawinsky und Dvořáks Klavierquintett mit preisgekrönten Stipendiaten der Villa Musica. Im Reigen der Eröffnungskonzerte folgen das Landesmuseum Mainz am 3. Oktober und Schloss Engers am 4. Oktober. Vadim Gluzman ist bei Villa Musica kein Unbekannter. Bereits in früheren Jahren hat der gefeierte Geiger aus Israel eindrucksvolle Konzerte für unsere Stiftung gespielt, jeweils mit seinem Klavierpartner Evgeny Sinaiski und Villa Musica-Streichern. Im Oktoberprogramm sind es der junge Geiger Julian Kainrath, der Bratschist Eike Coetzee und der Cellist Klaudio Zoto. Prachtvoller Höhepunkt des Abends wird das gewaltige Klavierquintett von Dvořák: böhmische Tänze und mitreißende Romantik in vier sinfonisch ausladenden Sätzen. Der langsame Satz für Streichquartett des jungen Anton Webern steht noch ganz im Bann von Brahms. Das Streichtrio des tschechisch-jüdischen Komponisten Gideon Klein erinnert an die Opfer des Nazi-Terrors im Lager Theresienstadt.

Freitag, 2.10., 19 Uhr – Villa Ludwigshöhe Edenkoben
Samstag, 3.10., 19 Uhr – Landesmuseum Mainz
Sonntag, 4.10., 17 Uhr – Schloss Engers, Neuwied-Engers
Igor Strawinsky: Suite italienne
Anton Webern: Langsamer Satz für Streichquartett
Gideon Klein: Streichtrio
Antonín Dvořák: Klavierquintett A-Dur, op. 81

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Debussy und Mendelssohn mit den Schwestern Labèque

Das berühmte Clair de lune von Debussy an zwei Klavieren mit zwei Französinnen, die sich blind auf impressionistische Klangmalerei verstehen: Seit Jahrzehnten verkörpern die Schwestern Katia und Marielle Labèque perfekte Symbiose im Klavierduo und französischen Klangsinn in Vollendung. Im Festsaal von Rolandseck erzählen sie an einem Konzertflügel von hellen Gärten in der Musik des 19. Jahrhunderts und an zwei Flügeln vom wild wehenden Wind der frühen Moderne. Dazu spielen sie Auszüge aus Bernsteins West Side Story und Lieder ohne Worte der Mendelssohn-Geschwister, Meisterwerke von Fauré, Debussy und Ravel, aber auch poetische Trouvaillen von fast vergessenen Komponistinnen wie Dora Pejačević oder Marie Jaëll.

Freitag, 9.10., 18 Uhr – Arp Museum Bahnhof Rolandseck (Festsaal im Bahnhof)
Fanny und Felix Mendelssohn: Lieder ohne Worte
Leonard Bernstein: Auszüge aus der West Side Story
Vierhändige Klavierstücke von Gabriel Fauré, Maurice Ravel und Marie Jaëll
Werke für zwei Klaviere von Claude Debussy, Dora Pejačević, Grażyna Bacewicz, Bryce Dessner u.a.

Beethoven und Dvořák mit dem Amelio Trio

Das Beethovenjahr 2027 wirft seine Schatten schon voraus: Das junge Amelio Trio eröffnet seine Oktober-Konzerte in Simmern, Bad Neuenahr und Montabaur mit dem dramatischsten Klaviertrio des Bonner Meisters: dem c-Moll-Trio Opus 1 Nr. 3. 1795 schrieb der junge Beethoven damit Kammermusik-Geschichte. Zum düster drängenden Duktus passt das f-Moll-Trio von Dvořák, eine „tragische Sinfonie“ in vier Sätzen für drei Instrumente. Pianist Philipp Kirchner, Geigerin Johanna Schubert und Cellistin Marie Geißler harmonieren im Trio so hervorragend, dass sie im letzten Dezember in Mainz mit dem Hans Gál-Ensemblepreis ausgezeichnet wurden, verliehen von der Villa Musica und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur. Ins Zentrum ihres neuen Programms stellen sie das erste Klaviertrio der New Yorker Pianistin und Komponistin Lera Auerbach – tief bewegende Musik unserer Zeit.

Freitag, 9.10., 19 Uhr – Neues Schloss Simmern
Samstag, 10.10., 19:30 Uhr – Augustinum, Bad Neuenahr-Ahrweiler
Sonntag, 11.10., 17 Uhr — Schloss Montabaur (Rittersaal)
Ludwig van Beethoven: Klaviertrio c-Moll, op. 1 Nr. 3
Lera Auerbach: Klaviertrio Nr. 1
Antonín Dvořák: Klaviertrio f-Moll, op. 65

Cellosonaten mit Arne Zeller

Kaum 20 und schon ein angehender Cellostar: Der Trierer Arne Zeller wurde im Mozartjahr 2006 geboren und wird schon auf vielen Podien hoch gehandelt. Bei der Kronberg Academy ist Frans Helmerson sein Professor. Rund ein Dutzend wichtiger Preise zieren seinen Weg. Von der ZIRP erhielt er 2025 ein Jahresstipendium, die Villa Musica hat ihn als Stipendiaten angenommen. Seit April ist er zudem SWR Kultur New Talent, weshalb er mit einem Recital im Festsaal der Villa Ludwigshöhe gastiert. Zwischen Schumanns Stücke im Volkston und die d-Moll-Sonate von Schostakowitsch stellt er eine Rarität aus UK: die Cellosonate von Brittens Lehrer Frank Bridge. Klavierpartner ist der Villa Musica-Stipendiat und Kusnezow-Student Jacopo Giovannini aus Italien.

Sonntag, 11.10., 18 Uhr – Villa Ludwigshöhe Edenkoben
Robert Schumann: Fünf Stücke im Volkston, op. 102
Frank Bridge: Cellosonate d-Moll
Dmitri Schostakowitsch: Cellosonate d-Moll, op. 40

Mozartakademie mit Johannes Pramsohler

Opernarien und Kammermusik in spannungsvollem Wechsel: Für seine „Mozartakademie“ versammelt der gefeierte Barockgeiger und Dirigent Johannes Pramsohler drei junge Sängerinnen und vier fantastische junge Streicher der Villa Musica um sich. Daraus entsteht ein typisches Programm der Mozartzeit: Arien treffen auf Streichermusik, Mozart trifft auf seinen italienischen Zeitgenossen Francesco Bianchi. Für die jungen Sängerinnen Antonia Feurstein, Serena Hart und Annike Debus fungiert Claudia Eder als Gesangsdozentin. Sie brillieren in Bravourarien, Rondos und Agitato-Arien. Johannes Pramsohler leitet das Mailänder C-Dur-Quartett des jungen Mozart und das grandiose Wiener C-Dur-Streichquintett von der ersten Geige aus. Mit ihm spielen die Geigerin Kaori Lopez, der Cellist Johann Eilrich sowie Oleksander Ahafonov und Yeunwoo Park an den beiden Bratschen.

Freitag, 16.10., 19 Uhr – Hüttenhaus Herdorf
Samstag, 17.10., 19 Uhr – Schloss Engers
Sonntag, 18.10., 17 Uhr – Winzerkeller Ingelheim
Wolfgang Amadeus Mozart: Streichquartett C-Dur, KV 157
Streichquintett C-Dur, KV 515
Arien aus La finta giardiniera und Idomeneo
Francesco Bianchi: Arien aus den Opern DemetrioVenere e Adone und Alonso e Cora

Schubertiade mit Markus Becker

Wenn es um Schuberts Kammermusik geht, ist der Hannoveraner Klavierprofessor Markus Becker seit Jahrzehnten eine der ersten Adressen in Europa. Mit zwei Streicherstipendiaten der Villa Musica gestaltet er Ende Oktober in Frankenthal, Mainz und Bad Ems eine hochromantische Schubertiade: Mit der Geigerin Erika Cherkez spielt er die Violinsonate in g-Moll von 1816, meist „Sonatine“ genannt. Der geniale Trierer Cellist Arne Zeller ist Beckers Partner in der Arpeggione-Sonate von 1824. Alle drei Musiker kommen im gewaltigen Es-Dur-Klaviertrio zusammen, Schuberts Meisterwerk von 1827 mit dem tieftraurigen Andante.

Freitag, 23.10., 18 Uhr – CongressForum Frankenthal (Spiegelsaal)
Samstag, 24.10., 19 Uhr – Villa Musica Mainz (fast ausverkauft)
Sonntag, 25.10., 11 Uhr – Kurhaus Bad Ems (Marmorsaal)
Franz Schubert: Violinsonate g-Moll, D 408
Cellosonate a-Moll, D 821 („Arpeggione-Sonate“)
Klaviertrio Es-Dur, op. 100 (D 929)