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Nicholas Rimmer und Tianwa Yang vor dem Publikum im Dianasaal von Schloss Engers: atemberaubende Geigen-Klavier-Kunst zum Pfingstfinale im „Karrierenkonzert“ (Foto: Barbara Harnischfeger).

Pfingsten in Engers

Zehn junge Solist(inn)en mit zwanzig Meisterwerken in drei Konzerten: Pfingsten 2026 wurde zum Kammermusik-Marathon in drei Teilen.

Solist(inn)en von 13 bis 39

Das Pfingstfestival der Villa Musica im Schloss Engers stand dieses Jahr ganz im Zeichen virtuoser Streicher(innen) und Pianisten. Im Lauf von nur drei Tagen konnte man im Dianasaal zehn Topsolisten und -solistinnen erleben: vier Geigerinnen der Spitzenklasse aus Deutschland, Italien, der Ukraine und China, zwei junge Cellist(inn)en aus Albanien und Deutschland sowie fünf junge Klaviergenies aus Italien, Armenien, der Türkei, Deutschland und England.

Rising Stars

Am Samstagabend stellte unsere Künstlerische Leiterin Prof. Ervis Gega drei fantastische Musikerinnen als „Rising Stars“ der ganz jungen Generation vor: Die 16-jährige türkische Pianistin Ilyun Bürkev spielte Beethovens „Waldsteinsonate“, die g-Moll-Sonate von Schumann und als krönenden Abschluss des ersten Teils die 2. Ungarische Rhapsodie von Liszt: fassungsloses Staunen im Publikum über so viel Brillanz und Poesie am großen Steinway-Flügel. Nach der Pause erwies sich die 13-jährige Cellistin Charlotte Melkonian als souveräne Haydn-Interpretin im ersten Satz des C-Dur-Konzerts. Danach schwelgte sie im „Schwan“ von Saint–Saëns und glänzte in der „Mosè-Fantasie“ von Paganini. Am Klavier begleitete die armenische Pianistin Ani Ter-Martyrosian, die auch dem letzten „Rising Star“ das pianistische Fundament gab: Die 14-jährige Geigerin Edna Unseld zog alle Register geigerischer Virtuosität in der Carmen-Fantasy von Franz Waxman und in Ravels Tzigane. Bravos und Standing Ovations im nicht nur von der Sonne aufgeheizten Dianasaal.

Sonaten-Marathon

Das Festkonzert am Pfingstsonntag wurde zum „Sonaten-Marathon“ mit zwei Konzertpausen und zwei Brahms-Sonaten: Die ukrainische Geigerin Erika Cherkez spielte die dritte Brahmssonate im magyarisch leidenschaftlichen d-Moll und setzte mit der erschütternden Violinsonate von Francis Poulenc ein Zeichen gegen Krieg und Terror. Der brillante junge Cellist Klaudio Zoto aus Albanien zeigte sein Temperament in der rauschenden a-Moll-Sonate von Edvard Grieg und in den Fantasiestücken von Robert Schumann. Zum Abschluss schwelgte die Geigerin Giulia Rimonda aus Turin zweimal in A-Dur und ließ auf die liebliche zweite Violinsonate von Brahms die schwärmerische A-Dur-Sonate von César Franck folgen. Am Steinway-Flügel brillierten zwei kongeniale Klavierpartner: der Grotrian-Preisträger Gabriel Yeo aus Münster und der Römer Jacopo Giovannini, Meisterstudent von Boris Kusnezow.

Karrieren: Tianwa Yang

Am Pfingstmontag stellte sich eine Weltklasse-Geigerin vor, die sich vor 20 Jahren bei Villa Musica ihre ersten Lorbeeren in der Kammermusik verdient hat: die Chinesin Tianwa Yang. 1987 in Peking geboren, hat die heutige Würzburger Geigenprofessorin den Olymp der Klassik schon lange erklommen, wie sie im Gespräch mit Barbara Harnischfeger verriet. Im Dianasaal spielte sie mit dem kongenialen englischen Pianisten Nicholas Rimmer gleich zwei Beethoven-Sonaten aus Opus 30: die heitere G-Dur- und die tragische c-Moll-Sonate. Dazwischen deutete sie Schumanns a-Moll-Sonate poetisch aus und brillierte zum Abschluss im unfassbar virtuosen Rondo capriccioso von Saint-Saëns. Das Resümee von Barbara Harnischfeger: „Tianwa Yang bringt technische Perfektion mit und höchste sowieso – aber dazu diese unbändige Kraft und der Ausdruck: phänomenal - im Duo mit dem brillanten Pianisten Nicolas Rimmer. Das Publikum gibt standing ovations im Dianasaal von Schloss Engers. Und warum dieses Konzert? Die Chinesin, die mit 16 Jahren nach Deutschland kam und in Karlsruhe studierte, die heute auf den Bühnen der Welt unterwegs ist und nebenbei Professorin in Würzburg, war 2006 Stipendiatin der Villa Musica. Die Künstlerische Leiterin Ervis Gega hat Tianwa Yang nun erneut engagiert. Die FREUNDE der Villa Musica unterstützen die Konzertreihe KARRIEREN und ich führe die Künstlergespräche."