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Italienische Primadonna mit dem sechsten Sinn für Händel: Francesca Lombardi Mazzulli am 27.7. in Andernach (Foto: Giacomo Miglierina).

Italien bei RheinVokal

Händel in Rom, Monteverdi in Venedig, Italien am Rhein, Palestrina pur  das Kultursommer-Motto Sterne des Südens wird bei RheinVokal zum italienischen Sommer.

Händel in Rom – 27.7. in Andernach

Was Georg Friedrich Händel als junger Komponist in Rom geschaffen hat, fasziniert noch heute jedes Publikum. Das Festival RheinVokal holt den römischen Händel im authentischen Barockklang nach Andernach. Die Sopranistin Francesca Lombardi Mazzulli singt am Samstag, 27. Juli, um 19 Uhr in der Christuskirche Andernach zwei der schönsten römischen Werke von Händel: das Salve Regina für Sopran, Streicher und Orgel und die Kantate „Tu fedel, tu costante?“ Das Ensemble La Risonanza aus Mailand begleitet auf Barockgeigen und Cello. Dirigent Fabio Bonizzoni brilliert an Orgel und Cembalo. Für seine Einspielung aller römischen Händelkantaten mit Orchester wurde er mehrfach preisgekrönt. Francesco Lombardi Mazzulli, die Sopranistin aus Varese in der Lombardei, zählt zu den gefeierten Händel-Primadonnen unserer Zeit. Von Agrippina bis Cleopatra hat sie alle brillanten Sopranrollen des Hallensers auf den großen Opernbühnen Europas verkörpert. In Andernach singt sie zuerst die frommen Gebete des Salve Regina und der Pfingstmotette „O qualis de coelo sonus“. Danach schlüpft sie in die Rolle einer betrogenen jungen Römerin, die der Liebe für immer abschwört. Der geistliche und der weltliche Händel in einem Programm vereint, verbunden durch eine Triosonate aus seiner Londoner Zeit.

Händel in Rom
Samstag, 27.7., 19 Uhr – Christuskirche Andernach
Francesca Lombardi Mazzulli, Sopran | Fabio Bonizzoni, Orgel, Cembalo und Leitung | Ensemble La Risonanza Mailand
Georg Friedrich Händel: Salve Regina, HWV 241
Pfingstmotette „O qualis de Coelo sonus“ HWV 239
Cantata „Tu fedel, tu costante?” HWV 171
Triosonate für zwei Violinen und Basso continuo

Il Pianto della Madonna – 28.7. in Boppard-Herschwiesen

Claudio Monteverdi war nicht nur der eigentliche Erfinder der Oper und das erste Genie der Barockmusik. Er war auch ein Neuerer des geistlichen Gesangs, den er aus den Fesseln des Kontrapunkts befreite und zu sprechendem Ausdruck befähigte. Dies zeigt die fantastische Anna Lucia Richter mit zwei prominenten Mitstreitern in der wunderschönen Barockkirche Sankt Pankratius auf den Höhen des Hunsrücks. Luca Pianca begleitet den edlen Mezzosopran der Sängerin, während der neue Blockflötenstar Max Volbers seine weichen Klänge durch die Kirche streifen lässt. In verführerisch schönen Tönen erzählt das Trio vom Leiden der Gottesmutter unter dem Kreuz (in Monteverdis geistlicher Übertragung seines Lamento d’Arianna). Demütige Gebete wie das Salve Regina und Jubelgesänge wie das Exulta filia Sion lösen einander ab, unterbrochen von Flötensonaten und Lautenstücken – genau die richtige Musik für einen sonnigen Sommer-Nachmittag in Boppard-Herschwiesen.

Sonntag, 28.7., 17 Uhr – Sankt Pankratius Boppard-Herschwiesen
Anna Lucia Richter, Mezzosopran | Luca Pianca, Laute | Max Volbers, Blockflöte
Geistliche Gesänge von Claudio Monteverdi
Sonate und Lautenstücke von Castello und Tracetti

Italien am Rhein – 11.8. in Neuwied 

Ein Arienabend der Mozartzeit, kommentiert von ihrer Königlichen Hoheit, Prinzessin Kunigunde von Sachsen. Royalty und Belcanto, Italien und das Rheinland, Mozart und seine Zeitgenossen in schönster Eintracht. Kunigunde, die Schwester des letzten Trierer Kurfürsten, berichtet in ihren Briefen über das Hofleben in Koblenz anno 1770: über Ausflüge nach Kärlich und Engers, über höfische Feste auf dem Rhein und Abstecher zu den Herrnhutern in Neuwied. Sie erzählt vom Hochwasser und von Erdbeben, von Kriegsgefahr und Revolution – und sie schwärmt von Musik: von den italienischen Opern ihres Bruders in Ehrenbreitstein und von den italienischen Arien im Koblenzer Schloss. Claudia Eder, Mainzer Gesangsprofessorin mit Ausbildung zur Sprecherin, rezitiert aus den authentischen Briefen Kundigundes. Dazwischen singen junge Stimmen aus Israel, Korea und Deutschland zehn Arien und ein Duett aus dem Koblenzer Repertoire. Einige der schönsten Opernarien der Zeit von Sarti, Sales, Borghi, Bianchi u.v.a. wurden eigens für dieses Konzert aus den Archiven geholt. Christian Rohrbach begleitet am Flügel. Die Sopranistin Hanna Kim Koo und die Mezzosopranistin Shai Terry waren schon letztes Jahr im RheinVokal-Programm „Mozarts Primadonna“ in Montabaur zu hören. Der Tenor David Schläger stellt sich erstmals beim Festival vor.

Sonntag, 11.8., 19 Uhr – Herrnhuter Brüdergemeine Neuwied 
Hanna Kim Koo, Sopran | Shai Terry, Mezzosopran | David Schläger, Tenor | Christian Rohrbach, Klavier | Claudia Eder, Lesung
Arien von Mozart, Schuster, Johann Christian Bach, Sales, Sarti, Borghi, Bianchi, Righini und Cimarosa; Lesung aus den Briefen der Prinzessin Kunigunde von Sachsen (Koblenz 1769-1790)

Palestrina pur – 17.8. in Oberwesel

Weil er verheiratet war und nicht der beste Tenor in Rom, musste der große Palestrina anno 1555 den Chor des Papstes, die Cappella Sistina, verlassen. Für die Nachwelt war dies ein Segen, denn so kam der 30-jährige Maestro an die Lateransbasilika, wo er seine unfassbar schönen Lamentationen zur Karwoche komponiert hat. Palestrina bewies seinen erstaunten Zeitgenossen, dass er selbst die Klagelieder des Propheten Jeremia über das zerstörte Jerusalem in puren Schönklang verwandeln konnte. Dies wird auch dem Wiener Ensemble Cinquecento in der Liebfrauenkirche Oberwesel gelingen. Zwischen dem Countertenor von Terry Wey als höchster Stimme und dem tiefen Bass von Ulfried Staber zelebrieren die fünf Wiener Palestrina pur: ein reines Palestrina-Programm im reinen Schönklang.

Samstag, 17.8., 19 Uhr – Liebfrauenkirche Oberwesel
Ensemble Cinquecento Wien
Giovanni Pierluigi da Palestrina: Lamentationen zur Karwoche (S. Giovanni in Laterano, ca. 1560)

Monteverdi in Venedig – 25.8. in der Sayner Hütte

Prachtvoller geht es nicht: Was Monteverdi für die Palazzi der reichen Venezianer geschrieben hat, füllt auch die Gießhalle der Sayner Hütte mit vollem Klang und prallem Leben. Das spanische Ensemble Cantoria beweist: Monteverdis Madrigale sind Opernszenen für den Konzertsaal. Eine klagende Nymphe, ein einsamer Soldat, zwitschernde Vögel und Liebeskrieger in allen Varianten sind die Helden dieser großartigen, theatralischen Werke. Sechs Sänger, Streicher und Basso continuo machen das vorletzte Konzert des Festivals RheinVokal 2024 zum Fest der Barockklänge.

Sonntag, 25.8., 19 Uhr – Sayner Hütte Bendorf-Sayn
Cantoria (6 Sänger) mit Barockensemble
Madrigale von Monteverdi: Lamento della Ninfa, Hor che il ciel e la terra, Zefiro torna, Volgendo il ciel, Sestina u.v.m.

Tickets und das gedruckte Programm gibt es auf dieser Homepage (Veranstaltungen, Tagesdatum) und im RheinVokal-Büro in Schloss Engers (02622 – 9264250).