Primadonnen bei RheinVokal
Am 14. Juni eröffnen die fantastische finnische Sopranistin Tuuli Takala und die DRP das Festival RheinVokal mit Liedern von Sibelius und der Vierten Symphonie von Mahler. Hier ein Querschnitt durch die schönsten weiblichen Stimmen des Festivals 2026.
14.6. Sibelius und Mahler mit Tuuli Takala in Koblenz
Zum Start des Festivals RheinVokal wird es in diesem Jahr finnisch und sinfonisch: Sibelius und Mahler treffen aufeinander. Seit den Tagen der großen Birgit Nilsson hat sich keine skandinavische Sopranistin so stimmgewaltig der Orchesterlieder von Sibelius angenommen wie Tuuli Takala. Die faszinierende Finnin wurde 2019 von Rolando Villazón noch als „Star von morgen“ im ZDF präsentiert. Heute ist sie ein Star der Opernhäuser mit großer Stimme – ideal für die herbstlichen, mythischen, wagnerianisch bedeutungsschweren Gesänge von Sibelius. Dem steht im Finale der lieblichen Vierten von Mahler das „Himmlische Leben“ mit Koloraturen und Vogelgesang gegenüber. Die Deutsche Radiophilharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern steuert den üppigen Orchesterklang bei, wofür ihr früherer Chef Pietari Inkinen eigens noch einmal ans Pult zurückkehrt.
MYTHENKLÄNGE
Sonntag, 14.6., 20 Uhr – Koblenz, Rhein-Mosel-Halle
Pietari Inkinen dirigiert die Deutsche Radiophilharmonie Saarbrücken Kaiserslautern und die Sopranistin Tuuli Takala in Werken von Mahler und Sibelius.
Jean Sibelius: Sechs Orchesterlieder und Sinfonische Fantasie, op. 49
Gustav Mahler: Symphonie Nr. 4 G-Dur
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18.7. La Notte mit Pollak in der Sayner Hütte
Im abendlichen Sonnenlicht der Sayner Hütte schlüpft die Sopranistin Marie-Sophie Pollak am 18. Juli in einige der schönsten nächtlichen Opernrollen der Barockzeit: In Gesängen von Purcell und Charpentier tritt sie als die Nacht selbst auf. In einer grandiosen Szene aus Händels Alcina besingt sie die „blassen Schatten“. In Arien von Merula und Scarlatti lockt sie den Schlaf herbei. Das Publikum wird dabei sicher nicht einschlafen, liefert sie sich doch so manches Vogelstimmen-Duell mit dem Blockflötisten Max Volbers. Das exzellente Barockorchester Il pomo d’oro begleitet in den Arien und in Vivaldis Flötenkonzert La notte.
LA NOTTE
Samstag, 18.7., 20 Uhr – Bendorf-Sayn, Sayner Hütte
Marie-Sophie Pollak und Max Volbers feiern die Nacht in barocken Arien und Concerti.
Henry Purcell: Szene der Nacht aus The Fairy Queen
Marc-Antoine Charpentier: La Nuit
Georg Friedrich Händel: „Ombre pallide“ aus Alcina
Antonio Vivaldi: Flötenkonzert La notte
Alessandro Scarlatti: „Vieni, o sonno“ aus Pirro e Demetrio
Vogelstimmen-Arien von Telemann, Caldara und van Eyck
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1.8. Belcanto mit Chen Reiss in Rolandseck
Wer Chen Reiss bei ihrem grandiosen Liederabend Ende März im Bahnhof Rolandseck erlebt hat, wird auch ihren Sommer-Auftritt am 1. August im Arp Museum nicht versäumen wollen. Die Primadonna der Wiener Staatsoper stellt wie im letzten Jahr junge Opernstimmen vor, die sie in ihrer „Belcanto-Akademie“ unterrichtet. Ervis Gega hatte die Idee zu dem Projekt und konnte nach dem Riesenerfolg von 2025 den Weltstar leicht dazu überreden, noch ein zweites Mal junge Sängerinnen auf den großen Auftritt vorzubereiten. Im letzten Jahr war dieser Abend in der Sayner Hütte eine Sensation, nicht zuletzt, weil Chen Reiss selbst in zwei Nummern singend mitwirkte. Auch ihre charismatische Art, die Stars von morgen zu präsentieren, hat das Publikum in seinen Bann geschlagen. Das neue Programm fürs Arp Museum ist noch „top secret“ – ein Feuerwerk des Belcanto wird es in jedem Fall.
BELCANTO
Samstag, 1.8., 18 Uhr – Remagen, Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Chen Reiss präsentiert junge Opernstimmen in berühmten Arien, begleitet von Tom Zalmanov.
Arien von Mozart, Rossini, Bellini, Verdi und Puccini
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2.8. Dorothee Oberlinger und Núria Rial in Bingen
Zum zweiten Mal nach 2024 wandelt Dorothee Oberlinger in Bingen auf den Spuren der Heiligen Hildegard: am 2. August im Hildegardzentrum auf dem Rupertsberg. Die geräumige neoromanische Kirche hatte sich schon vor zwei Jahren als idealer Raum für die unfassbare Flötenkunst der First Lady des Barock erwiesen. War damals ein junger Countertenor aus Linz ihr Partner, so ist es nun die spanische Sopranistin Núria Rial. Gemeinsam widmen sich die beiden den Verrücktheiten des Barock – von diversen „Follia“-Variationen über den süßen Schmerz der Liebe bei Monteverdi und Händel bis hin zu Vivaldis virtuosester Arie mit Flötensolo. Auch die Trio-Begleitung kann sich sehen und hören lassen: Hille Perl an der Gambe, Asis Asnar am Cembalo und der junge Chilene Yves Itier an der Barockvioline. Oberlinger- und Barock-Fans müssen sich beeilen: Ganze Blöcke im Auditorium sind schon ausverkauft!
La FOLLIA
Sonntag, 2.8., 18 Uhr – Bingen, Kirche im Hildegardzentrum auf dem Rupertsberg
Dorothee Oberlinger und Núria Rial mit Hille Perl und Ensemble
Arien und Kantaten von Händel, Strozzi, Monteverdi und Merula
Chaconnen und Follia-Variationen von Falconieri, Marais u.a.
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16.8. Regina Mingotti in Bad Ems
Sie war die Anna Netrebko ihrer Zeit: die Primadonna Regina Mingotti. In Neapel geboren, in Graz aufgewachsen, eroberte sie die Bühnen Europas von Hamburg bis Neapel, von London bis Madrid. Notorisch für ihr selbstbewusstes Auftreten, legte sie sich mit der Männerwelt ihrer Zeit an und beherrschte vollendet die höfische Intrige. Claudia Eder erzählt ihr Leben nach authentischen, unveröffentlichten Briefen und anderen Quellen. Drei junge Opernsänger*innen werden von Christian Rohrbach am Flügel durch die schönsten Arien aus Mingottis Karriere geleitet.
PRIMADONNA
Sonntag, 16.8., 18 Uhr – Bad Ems, Marmorsaal im Kurhaus
Junge Stimmen singen zur Klavierbegleitung von Christian Rohrbach.
Claudia Eder liest die Lebensgeschichte der Regina Mingotti.
Antonio Vivaldi: Arie aus Argenide (Graz 1745)
Johann Adolph Hasse: Arie aus Ipermestra (Dresden 1752)
Davide Perez: Arie aus Ezio (London 1755)
Andrea Bernasconi: Arie aus Semiramide (München 1765)
Wolfgang Amadeus Mozart: Tenorarien aus Idomeneo (München 1781)
Pompeo Sales: Arie und Duett aus Il Re pastore (Koblenz 1770)