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Applaus in Schloss Engers für neun brillante Vivaldianer: Andreas Gilger (Cembalo), Andrei Krivenko (Flöte), Traian Sturza (Fagott), Irena Yosifoska (Cello), Tabea Monzer (Viola), Kilian Debus (Oboe), Paula Borggrefe, Mayumi Hirasaki und Teira Yamashita (Violine), Foto: Barbara Harnischfeger.

Vivaldi im Advent

Die Erfolgsserie Vivaldi im Advent fand zum neunten Mal live statt und begeisterte das Publikum in Remagen, Mainz und Engers.

Vivaldi im Advent Nr. 9

Sie ist Professorin am ehrwürdigen Mozarteum in Salzburg und als Konzertmeisterin von Concerto Köln eine Koryphäe in Alter Musik. Mayumi Hirasaki gab Vivaldis Vier Jahreszeiten einen völlig neuen Anstrich: tonmalerisch bis an die Grenze des Grotesken, unfassbar schnell, virtuos und lebendig in der kleinen kammermusikalischen Besetzung mit Solovioline, Streichquartett und Cembalo. Myumi Hirasaki spielte selbst das Geigensolo im Sommer und Winter auf ihre hyper-naturalistische, expressive Weise. Paula Borggrefe blieb im Frühling klassisch schön, Teira Yamashita wagte sich im Betrunkenen aus dem Herbst bis an die Grenze des Hässlichen vor – beide Stipendiatinnen makellos in der Technik. Mit dem quicklebendigen Continuo aus Irena Yosifoska am Cello und Andreas Gilger am Cembalo ließ es sich trefflich dialogisieren – eine packende Klangrede, in die sich auch Tabea Monzer als noch ganz junge Einspringerin an der Bratsche perfekt einfügte. Mit diesen Streicherinnen waren auch die drei Herren im Ensemble überglücklich: Andrei Krivenko, Soloflötist im Konzerthausorchester Berlin, spielte den Gardellino so kultiviert, edel und feinsinnig, wie man das Konzert eigentlich nie zu hören bekommt. Traian Sturza ist ein Fagottist mit so viel Kraft und Fülle im Ton, dass er sie für das wilde g-Moll-Fagottkonzert fast schon bändigen musste - bravourös in den gefährlichen Sprüngen und Lagenwechseln. Kilian Debus, Solo-Oboist der Nordwestdeutschen Philharmonie, meisterte mit viel Fantasie und wunderschönem Ton die bizarren Ideen des späten Vivaldi im F-Dur-Konzert RV 457. Zum Schluss kamen alle für den Seesturm der Tempesta di mare zusammen. Restlose Begeisterung in der überfüllten Steinhalle des Mainzer Landesmuseums für einen Vivaldi-Abend der Sonderklasse. 

Freitag, 2.12., 19 Uhr – Festsaal im Bahnhof Rolandseck
Samstag, 3.12., 19 Uhr – Steinhalle des Landesmuseums Mainz AUSVERKAUFT
Sonntag, 4.12., 17 Uhr – Dianasaal von Schloss Engers AUSVERKAUFT
Mayumi Hirasaki, Violine | Stipendiatinnen und Stipendiaten der Villa Musica
Vivaldi: „Die vier Jahreszeiten“ (Le quattro stagioni, op. 8 Nr. 1-4)
Vier Bläserkonzerte zu den Jahreszeiten:
Flötenkonzert „Il Gardellino“
Fagottkonzert g-Moll, RV 495
Oboenkonzert F-Dur, RV 457
„La tempesta di mare“, RV 570