Guillem Gràcia Soler
Guillem Gràcia, geboren 2005 in Barcelona, begann im Alter von sechs Jahren mit dem Cellospiel. Seit 2019 studiert er an der Reina Sofía Musikhochschule in Madrid in der Klasse von Jens Peter Maintz, unterstützt von Fernando Arias; zudem besucht er den Kammermusikunterricht bei Marta Gulyás und Heime Müller. Für sein letztes Studienjahr wurde er als herausragendster Studierender der Celloklasse ausgezeichnet und erhielt das entsprechende Diplom aus den Händen von Königin Sofía . Darüber hinaus nahm er in den vergangenen Jahren an Meisterkursen unter anderem bei Lluís Claret, Wolfgang Emanuel Schmidt und Pablo Ferrández teil und war zudem Gaststudierender bei der Cello Biennale in Amsterdam.
Sein Debüt als Solist gab er bereits im Alter von 13 Jahren. Die überaus positive Kritik hob einen Klang „von untadeliger Qualität und Musikalität“ sowie eine „interpretatorische Fähigkeit mit einer klar ausgeprägten Persönlichkeit und eigenen künstlerischen Vorstellungen“ hervor – eine „Lektion in Sachen Reife mit gerade einmal 13 Jahren“. Seitdem ist Guillem in einigen der renommiertesten Konzertsäle Spaniens aufgetreten, darunter das National Auditorium of Music, der Palau de la Música Catalana und das Gran Teatre del Liceu. Sein ausgeprägtes Interesse an der Vielfalt des Cello-Repertoires spiegelt sich in einem interpretatorischen Spektrum wider, das mehr als vier Jahrhunderte umfasst – vom frühen Barock bis zur zeitgenössischen Musik. Dabei widmet er sich auch unterschiedlichen Musikkulturen und Formaten, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Vokalmusik liegt. Zu den beruflichen Projekten, die diese Vielseitigkeit unterstreichen, zählen eine Zusammenarbeit mit dem Ensemble Correspondances im März 2025 sowie die – gemeinsam mit IberMúsica in Auftrag gegebene – Komposition eines neuen Werks für Cello solo von Joan Magrané. In den vergangenen Jahren konnte er zahlreiche Auszeichnungen entgegennehmen, darunter den „Primer Palau“-Preis 2024 (sowie den Kritikerpreis und den Preis von Catalunya Música) und eine Auszeichnung beim Internationalen Bach-Wettbewerb 2024. Im vergangenen Oktober gewann er den zweiten Preis beim Internationalen Wettbewerb „Tokyo Minato“, was ihm zudem sein Debüt mit dem Tokyo Philharmonic Orchestra in der Suntory Hall ermöglichte. Zu seinen weiteren Erfolgen zählen der „Absolute Prize“ beim Internationalen MiN-Wettbewerb (Narvik, Norwegen) sowie der erste Preis beim „Certamen de Interpretación Intercentros Melómano“ – beide im Jahr 2018. Als Mitglied der Schule wirkte er in verschiedenen Kammermusikensembles mit; zu den Höhepunkten zählen Konzerte mit einer Auswahl der Brandenburgischen Konzerte an der Seite von Sir András Schiff sowie das Debüt der Schule in der New Yorker Carnegie Hall. Er war bei zahlreichen Festivals im In- und Ausland zu Gast, darunter die Schubertíada de Vilabertran, das Sion Festival, BarcelonaObertura und Ticino Musica; zudem entstanden Aufnahmen für Radio Clásica und Catalunya Música. Seit 2026 ist er Stipendiat der Villa Musica Rheinland-Pfalz.
Foto: Guillem Gràcia Soler © LemaIñaki