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Karl VI., 1711-1740 Kaiser das Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Erzherzog von Österreich, König von Ungarn und Böhmen, der Vater Maria Theresias und einer der größten Musikkenner unter Europas Herrschern. 1728 gewährte er in Triest einer venezianischen Delegation Audienz, darunter: der berühmte Antonio Vivaldi.

Vivaldi der Woche

Unser Vivaldi-Konzert der Woche: das G-Dur-Violinkonzert aus Opus 9, La Cetra, gewidmet Kaiser Karl VI. Wie Vivaldi dem Kaiser in Triest begegnete, erzählt Alexander Hülshoff, bevor sich unser Stipendiat Stefan Zientek kaltblütig in die Arpeggi und Bariolagen des Konzerts stürzt.

Vivaldi-Winter Nr. 5: der galante Vivaldi

Concerto G-Dur, op. 9 Nr. 10

Stefan Zientek, Solo-Violine (Vincenzo Panormo, Neapel 1760)

Junge Streicher der Villa Musica, Konzertmeisterin: Lina Tur Bonet, Cembalo: Johannes Rake 

https://www.youtube.com/watch?v=bBCfceGdanU

Antonio Vivaldi gehörte zu den Vorreitern des galanten Stils: Als einer der ersten machte er die Musik des Barock einfacher, eingängiger und gesanglicher und leitete so zum Rokoko über. Das kann man an seinem G-Dur-Violinkonzert aus Opus 9 besonders schön hören. Einerseits ist es ein sehr schweres Konzert: Unser Stipendiat Stefan Zientek stürzte sich am 11. Dezember mit erstaunlicher Kaltblütigkeit in die Arpeggios und Bariolagen des ersten Satzes. Andererseits sind die Themen der Streicher so einfach und simpel gebaut, dass dem fröhlichen Mitsingen keine Grenzen gesetzt sind. Eine besondere Perle ist der langsame Mittelsatz: Ganz ohne Basso continuo, nur getragen vom Pizzicato der Geigen, spinnt Stefan Zientek seine Kantilenen aus. Die Verzierungen, die er zu Vivaldis Melodie erfunden hat, sind meisterlich.

Der feine Glanz seiner Meistergeige von Vincenzo Panormo, gebaut 1760 in Neapel, tut ein Übriges, um diesen Satz galant aufleuchten zu lassen. Es handelt sich um eine Leihgabe der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur, deren Sammlung wertvoller Streichinstrumente von Villa Musica verwaltet und an junge Solistinnen und Solisten weitergegeben wird. Auch die FREUNDE DER VILLA MUSICA tragen das Ihre dazu bei, indem sie die Hälfte der Versicherungssumme für jedes der Instrumente tragen. Außerdem konnten die barocken Bögen, auf denen unsere Streicher spielen, dank der großzügigen Spende eines FREUNDES angeschafft werden. Dass als Raum auch noch der Festsaal im Arp Museum Bahnhof Rolandseck hinzukommt, macht diesen Vivaldi zu einem rheinland-pfälzischen „Joint venture“. 

Stefan Zientek, Violine, geboren 1996 in Krefeld, erhielt seinen ersten Violinunterricht im Alter von sieben Jahren. 2012 begann er sein Studium an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf bei Michael Gaiser, zunächst als Jungstudent, ab 2014 als Vollstudent. Seit 2016 setzt er sein Bachelorstudium bei Friedemann Eichhorn an der Musikhochschule Weimar fort. Er ist Preisträger bei Jugend musiziert auf Bundesebene. Orchestererfahrung sammelte er als Mitglied im Bundesjugendorchester und der Jungen Deutschen Philharmonie. Dort spielte er unter Dirigenten wie Markus Stenz, Lothar Zagrosek, Sir Simon Rattle, Jonathan Nott und Jukka-Pekka Saraste. Konzertreisen führten ihn in Konzertsäle wie die Berliner Philharmonie, die Kölner Philharmonie und in den Musikverein Wien. Er war mehrfach Konzertmeister des Bundesjugendorchesters, der Jungen Deutschen Philharmonie und des Hochschulorchesters der Musikhochschule Weimar. Im Frühjahr 2019 gab er als Solist der Camerata Villa Musica sein Debüt bei den Schwetzinger SWR-Festspielen.